Familie kann kompliziert sein – und ziemlich gute Literatur ergeben. Die österreichische Autorin Birgit Birnbacher erhält für ihren Roman "Sie wollen uns erzählen" den "Buchpreis Familienroman" 2026. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 23. November in Berlin überreicht.
Ihr Roman Sie wollen uns erzählen, erschienen bei Zsolnay und derzeit auch auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis, wird mit dem "Buchpreis Familienroman" ausgezeichnet. Birnbacher reiht sich damit in eine durchaus prominente Runde ein: Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Doris Knecht, Caroline Wahl und Benedict Wells.
Ausgezeichnet werden deutschsprachige Prosawerke, die mit literarischen Mitteln ein zeitgenössisches Bild von Familie zeichnen. Und davon liefert Birnbachers Roman reichlich – allerdings weit entfernt von harmonischer Sonntagsidylle.
Im Mittelpunkt steht ein Bub mit ADHS. Seine Mutter kämpft selbst damit, ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Dazu kommen eine Tante, deren Sozialkompetenz Luft nach oben hat, und eine ziemlich eigenwillige Oma, bei der sich eine Demenzerkrankung abzuzeichnen scheint.
Kurz gesagt: eine Familie mit ordentlich Reibungsfläche – und genau daraus macht Birnbacher Literatur. Für die Salzburger Autorin ist es nicht die erste große Auszeichnung: 2019 gewann sie bereits den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nun folgt mit dem "Buchpreis Familienroman" ein weiterer Erfolg. Überreicht wird der Preis am 23. November in Berlin.