Ab 1. Juli sinkt die Mehrwertsteuer auf manche Grundnahrungsmittel auf 4,9 Prozent. Für Bäckermeister Michael Dacho aus Klosterneuburg (Bezirk Tulln) bedeutet das aber eine Menge zusätzliche Bürokratie.
"Ich beschäftige mich seit einem Monat mit dieser Änderung. Dabei sollte ich Brote backen", klagt der Unternehmer gegenüber "Heute". Noch immer sei schwer herauszufinden, für welche seiner 200 verschiedenen Produkte der neue Steuersatz tatsächlich gilt.
Teuer wurde die Umstellung bei der Kassa: "Den Steuersatz von 4,9 Prozent konnte ich nicht eingeben. Jetzt musste ich um 5.000 Euro ein völlig neues Kassasystem kaufen", so Dacho. Hinzu kommt die mühsame Einarbeitung ins neue System. Er habe Bäcker-Kollegen angerufen, viele stehen jetzt vor demselben Problem. Wie viele neue Kassen bis zum 1. Juli für Tausende Unternehmen noch verfügbar sind, ist ungewiss.
Dazu kommen neue Preisschilder und die Prüfung von rund 200 Produkten. Trotzdem fürchtet der Bäcker in vierter Generation, unabsichtlich den falschen Steuersatz zu verrechnen.
Michael Dacho schildert das konkrete Problem: "Eine Semmel zum Mitnehmen hat 4,9 Prozent Mehrwertsteuer, als Frühstück zur Eierspeise in der Bäckerei aber 10 Prozent. Wie kann die gleiche Semmel zwei verschiedene Steuersätze haben?"