Der extrem niedrige Wasserstand der Donau hat nun Folgen für die Energieversorgung in Rumänien. Im Kernkraftwerk Cernavodă wird Block 1 am Dienstag ab 11 Uhr kontrolliert abgeschaltet. Das teilte das Energieministerium in Bukarest nach einer eilig einberufenen Krisensitzung Montagabend mit.
Grund für die Maßnahme ist die stark gesunkene Durchflussmenge der Donau. Sie liegt derzeit nur noch bei rund 1.630 Kubikmetern pro Sekunde. Damit wurde der niedrigste Stand seit 30 Jahren erreicht.
Die Abschaltung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betont das Ministerium. Damit sollen die drei Kühlpumpen des Reaktors geschützt werden. Der Ausfall nur einer Pumpe könnte aufwendige Reparaturen nach sich ziehen.
Im schlimmsten Fall könnten diese Arbeiten mehrere Monate oder sogar bis zu einem Jahr dauern. Die Behörden wollen dieses Risiko deshalb verhindern, bevor es zu Schäden an der Anlage kommt.
Rumänien betreibt in Cernavodă zwei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 706 Megawatt. Gemeinsam liefern sie rund ein Fünftel des im Land erzeugten Stroms.
Der Ausfall eines Reaktors reißt allerdings ein großes Loch in die Stromproduktion. Für diese Woche wird mit einem Spitzenverbrauch von rund 7.300 Megawatt gerechnet. Die heimische Erzeugung soll nur zwischen 4.000 und 4.300 Megawatt liegen.
Die fehlende Strommenge soll deshalb durch Importe gedeckt werden. Laut Energieministerium sei die Versorgung gesichert. Wegen der Urlaubszeit liege der Verbrauch außerdem rund 700 Megawatt unter den Spitzenwerten der vergangenen Wochen.
Wann der Reaktor wieder hochgefahren werden kann, hängt nun vor allem davon ab, ob der Pegel der Donau wieder steigt