Jetzt auch in Österreich

Schau genau! Diese Flaschen bestehen aus Papier

Wasser, Wein oder Kosmetik in einer Papierfaserflasche: Eine neue Verpackungslösung soll nun den österreichischen Markt erobern.
Österreich Heute
15.09.2026, 09:45
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Flaschen bestehen meist aus Glas oder Kunststoff. Ein Schweizer Papierhersteller will nun eine weitere Möglichkeit auf dem österreichischen Markt etablieren: eine Flasche aus geformten Zellulosefasern.

Perlen Papier besitzt die exklusiven Produktionsrechte für die Technologie in Österreich, der Schweiz, Italien und Süddeutschland. Entwickelt wurde die Verpackung vom britischen Unternehmen Pulpex. Dessen Verfahren ist patentiert.

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Die Flasche soll sich für stille Getränke, Lebensmittel, Öle, Wein und Spirituosen eignen. Auch Kosmetik- und Körperpflegeprodukte könnten darin abgefüllt werden. Ob die Verpackung tatsächlich verwendet werden kann, hängt jedoch vom jeweiligen Inhalt und vom eingesetzten Verschluss ab.

Dünne Schicht schützt den Inhalt

Der Flaschenkörper wird in einem Nassformverfahren hergestellt. Dabei werden Zellulosefasern in die gewünschte Form gebracht und anschließend getrocknet. Klebstoffe seien dafür nach Angaben des Unternehmens nicht notwendig.

Damit Flüssigkeiten das Fasermaterial nicht aufweichen, wird die Innenseite mit einer dünnen Schutzschicht versehen. Diese Barriere soll lebensmittelecht, geruchsneutral und frei von Kunststoff sein. Sie schützt den Inhalt vor Feuchtigkeit und Sauerstoff.

Je nach Produkt und Verschluss soll eine Haltbarkeit von mehr als 24 Monaten möglich sein. Die Flasche sei außerdem wasserfest und könne daher auch im Kühlschrank oder in feuchten Räumen wie einem Badezimmer verwendet werden.

Die Fasern stammen laut Hersteller entweder aus zertifizierter Forstwirtschaft oder aus aufbereitetem Altpapier.

Aktuell gibt es die Flaschenkörper in Größen von 300, 500 und 750 Millilitern. Später soll das Angebot auf Behälter zwischen 200 Millilitern und einem Liter erweitert werden. Nach dem Gebrauch kann die Flasche praktisch im Altpapier-Container entsorgt werden.

90 Prozent weniger CO2 als Glasflasche

Auch zur Klimabilanz nennt das Unternehmen konkrete Zahlen. In einer sogenannten Cradle-to-Gate-Berechnung soll der CO₂-Fußabdruck der Faserflasche rund 90 Prozent unter jenem einer vergleichbaren Glasflasche liegen. Gegenüber einer PET-Flasche werde eine Verringerung um rund 30 Prozent angegeben.

"Für Markenhersteller und Abfüller in Österreich ist Nachhaltigkeit bei Verpackungen längst kein Zusatznutzen mehr - sie muss mit Produktschutz, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit zusammengehen.

Genau darauf ist die Faserflasche ausgelegt: Sie ist leicht, recycelbar, leistungsfähig und lässt sich in bestehende Abfüllprozesse integrieren. Mit der geplanten Produktion in der Schweiz schaffen wir zudem kurze Wege und können Kunden insbesondere in Österreich künftig direkt aus der Region beliefern", sagt Florian Geiger, Vorstandschef von Perlen Papier und der Perlen Industrieholding.

Das Unternehmen ist hierzulande bisher vor allem als Lieferant von Zeitungs- und Magazinpapier tätig. Mit den Faserflaschen will das Unternehmen nun auch in den Verpackungsmarkt einsteigen.

red,15.09.2026, 09:45