Für Rakan Al Thani endete die geplante Reise nach Katar offenbar noch am Flughafen. Der Sohn von Scheich Abdullah bin Hamad Al Thani wurde am Münchner Airport festgenommen. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte die Festnahme gegenüber der "Welt", zuvor hatten spanische Medien darüber berichtet.
Gegen Al Thani liegen demnach ein europäischer sowie ein internationaler Haftbefehl vor. Die spanischen Behörden werfen ihm schwere Unregelmäßigkeiten rund um den Fußballklub FC Málaga vor. Der Katarer sitzt derzeit in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt, nun läuft das Auslieferungsverfahren nach Spanien.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen Rakan Al Thani, sein Vater sowie weitere Familienmitglieder. Sie sollen zwischen 2012 und 2019 Vereinsgelder in Millionenhöhe veruntreut und dem FC Málaga damit erheblich geschadet haben. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Rakan Al Thani gehörte damals dem Verwaltungsrat des spanischen Klubs an. Laut "Welt" werden ihm unter anderem unrechtmäßige Aneignung, Untreue, Dokumentenfälschung und Betrug vorgeworfen. Die spanische Staatsanwaltschaft fordert für die Mitglieder der Familie Al Thani jeweils 14,5 Jahre Haft.
Dabei begann die Ära der Katarer in Málaga zunächst mit großen Hoffnungen. Scheich Abdullah Al Thani kaufte den Klub 2010 für rund 36 Millionen Euro. Stars wie Ruud van Nistelrooy und Isco liefen plötzlich für Málaga auf, 2013 schaffte es die Mannschaft sogar bis ins Viertelfinale der Champions League.
Doch der Höhenflug hielt nicht lange an. Nachdem der Scheich seine Zahlungen einstellte, wurden Spieler verkauft und der Klub stürzte sportlich immer weiter ab – zeitweise bis in die dritte Liga.
2020 entzog ein spanisches Gericht Al Thani schließlich die Kontrolle über den Verein und setzte einen Insolvenzverwalter ein. Jahre später beschäftigt der Fall nun auch die deutschen Behörden – und könnte für Rakan Al Thani hinter Gittern enden.