Nach einem Streit mit seiner Ex-Lebensgefährtin zuckte ein Steirer (35) offenbar komplett aus. Im Juli schrieb er über WhatsApp, dass die Familie der Frau "ausgerottet" gehöre. Des Weiteren wetterte er mit einem "Scheiß Ausländer!" gegen die Familie. Der Hintergrund dürfte sein, dass der Vater seiner Ex-Freundin Migrationshintergrund hat. Am Ende seines Postings folgte auch noch ein Hitlergruß.
Deswegen musste sich der mehrfach vorbestrafte Steirer am Grazer Straflandesgericht wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz verantworten. Für den Prozess sei der Mann direkt aus der Reha angereist. Bereits zuvor hatte er sich wegen einer gefährlichen Drohung gegen seine Ex in Haft befunden, hieß es in einem Bericht der "Kleinen Zeitung".
Vor den Geschworenen sagte der 35-Jährige, dass er sich "schuldig" fühle. Sein Verteidiger betonte allerdings, dass der Mann "kein Nazi" sei. Zu der Entgleisung des Steirers sei es wegen eines Kontaktverbots zu seinen beiden Kindern gekommen. Er habe auch gegen eine Wand geschlagen. Daher musste der Mann von der Polizeistreife nach der Festnahme in ein Spital gebracht werden.
Was der Steirer dann aber auf der Fahrt im Polizeiauto gesagt haben soll, lässt tief blicken. Demnach sei er stolz auf seinen Sohn da dieser blond und blauäugig sei. Er würde wie ein "echter Arier" aussehen. Diese "guten Gene" habe der 35-Jährige an sein Kind weitergegeben, obwohl der Mann selbst nicht wie ein Arier aussehen würde.
Des Weiteren hätte der Mann über den Grazer Griesplatz geschimpft. Auf diesen gehöre eine Bombe geworfen. Zudem soll er sich über Scheiß-N ... echauffiert haben. Diese würden nur Kokain verkaufen.
Vor Gericht versuchte der Steirer sich zu rechtfertigen. Er sei betrunken gewesen und würde den Nationalsozialismus nicht gut finden. Sein Verhalten tue dem Mann leid. Er sagte, dass sein Großvater ein Nazi gewesen sei. Dieser soll auch heftig reagiert haben, als der 35-Jährige einmal etwas Abfälliges über den NS-Diktator Adolf Hitler gesagt habe. So sei daraufhin "der ganze Tisch geflogen", schilderte der Angeklagte.
Wie ein Arier aussehe, würde der 35-Jährige nicht wissen. Der Steirer habe Begriffe verwendet, von denen er keine Ahnung habe. Über den Griesplatz habe er geschimpft, da er dort als Nazi bezeichnet worden sei. Auslöser dafür soll eine Lederhose gewesen sein. Auch gegen Ausländer habe der Mann nichts. Als Argument nannte der Steirer, dass er mit seiner Ex Kinder habe.
Eine Beziehung zu seinen Kindern habe der 35-Jährige nun nicht mehr. Er habe mit der Situation abgeschlossen. Zudem gab er zu, seine Ex-Lebensgefährtin beschimpft zu haben.
Am Ende wurde der Steirer zu 10 Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt. Diese muss er in 180 Tagessätzen zu 5 Euro abzahlen. Zudem muss er Bewährungshilfe und eine Psychotherapie in Anspruch nehmen. Der Beschuldigte bat um Bedenkzeit.
Für Aufregung sorgte laut dem Bericht dann nach der Verhandlung noch, dass das Handy des 35-Jährigen als "Tatwaffe" beschlagnahmt werden soll. Für den Angeklagten gehe dies zu weit. Er bezeichnete sein Handy als "überlebenswichtig". Dem Bewährungshelfer habe er erklärt, dass er es für seine Genesung brauche. Dabei gehe es ihm auch um die Musik. Geld für ein neues Gerät habe der Steirer nicht.