Tierquälerei gefilmt:

"Schiach für Hund, aber ich hoffe er macht noch was"

Ein Obersteirer bestritt vor Gericht, seinen Schäferhund getreten zu haben. Doch ein Video überzeugte den Richter vom Gegenteil.
André Wilding
21.09.2026, 14:50
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Ein kurzer Moment bei einem Spaziergang brachte einen obersteirischen Hundehalter vor das Landesgericht Leoben. Dem Pensionisten wurde vorgeworfen, seinem Schäferhund im Mai einen Tritt versetzt zu haben. Der Mann wies das entschieden zurück.

"Ich bin nicht schuldig! Ich habe seit über 50 Jahren Hunde und quäle keine Tiere", erklärte er laut "Kleine Zeitung" vor Gericht. Entscheidend für das Verfahren war eine Videoaufnahme. Eine Frau hatte den Hundehalter aus ihrem geparkten Auto gefilmt.

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Zuvor will sie bereits beobachtet haben, wie der Mann seinem Schäferhund vermeintlich mit der flachen Hand auf den Kopf schlug. "Ich hab mir gedacht: Das ist jetzt zwar 'schiach' für den Hund, aber ich hoffe er macht noch was", sagte sie als Zeugin vor Gericht.

Hund blieb zum Schnuppern stehen

Nach ihrer Darstellung ging der Mann an einer Wand entlang, während sein nicht angeleinter Schäferhund kurz zum Schnuppern stehen blieb.

"Er ist dem Angeklagten aber gleich nachgelaufen. Offensichtlich hätte er aber nicht schnuppern dürfen, weil dann der Tritt kam. Man sieht am Video auch, wie der Hund zusammengeht", wird die Frau in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Eine zweite Frau gab an, den Tritt ebenfalls beobachtet zu haben. Der Angeklagte stellte die Situation völlig anders dar. "Was die Dame da unerlaubterweise gefilmt hat, war eine Lenkung. Ich hab den Hund weggedrückt. Das macht doch ein jeder so, das werden Sie auch auf einem Abrichteplatz so sehen", erklärte er laut "Kleine Zeitung" vor Gericht.

Richter lässt Video erneut abspielen

Der Richter wollte sich selbst noch einmal ein Bild machen. "Schauen wir uns das Video nochmal an", sagte er und spielte die Aufnahme vor. Der Hundehalter blieb bei seiner Darstellung: "Das war kein Tritt, das ist alles ein Fake. Da passiert doch nichts, ich hab den Hund nie getreten"

Der Richter widersprach: "Da geht ihr linker Fuß Richtung Hundebauch!" Auch die zweite Zeugin wertete die Bewegung als Tritt. "Das war für mich kein Lenken, sondern ein Reintreten." Der Angeklagte beharrte laut "Kleine Zeitung" aber weiter: "Ich hab den Hund nie getreten"

Mann verweist auf Amtstierarzt

Der Pensionist war laut der Tageszeitung bereits mehrmals belangt worden, weil er seinen Schäferhund nicht an der Leine führte. Vor Gericht erklärte er dazu: "Wenn Sie meinen Hund kennen würden, würden Sie es vielleicht verstehen. Ich brauche nur an meine Seite zu deuten und er ist da."

Auch den Vorwurf der Tierquälerei wies er erneut zurück. "Der Amtstierarzt hat sich den Hund angeschaut und gesagt, der wurde nie gequält", wird der Mann in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Der Mann vermutete, dass sich die beiden Zeuginnen gegen ihn abgesprochen hätten. Einen Grund dafür konnte er auf Nachfrage nicht nennen.

Neun Monate bedingt

Der Richter hielt die Aussagen der beiden Frauen hingegen für glaubwürdig. Auch die Videoaufnahme sprach für ihn gegen die Darstellung des Angeklagten.

"Das ist eindeutig kein Gleichrichten, das sieht man auch an der Reaktion des Hundes. Das ist eine hohe Misshandlung und entsprechend eine Tierquälerei", erklärte der Richter laut "Kleine Zeitung".

Der Pensionist wurde zu neun Monaten Haft bedingt auf drei Jahre verurteilt. Eine weitere offene Probezeit wurde auf fünf Jahre verlängert.

Der Angeklagte nahm sich drei Tage Bedenkzeit, auch die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

wil,21.09.2026, 14:50