Im Salzburger Amateurfußball gibt es ein dringendes Problem. Es fehlen immer mehr Schiedsrichter, selbst in den Landesligen. Die Folge: Spiele finden ohne Assistenten oder sogar ganz ohne offiziellen Schiedsrichter statt.
So war beim Duell zwischen Plainfeld und Lamprechtshausen am 18. Oktober in der 2. Landesliga Nord nur ein Schiedsrichter im Einsatz, berichtet der ORF. Normalerweise sollten es drei sein. Noch schwieriger war die Situation beim Frauenliga-Spiel zwischen der SG Tennengau und Eugendorf. Dort musste ein Mitglied des Gästeklubs als Schiedsrichter einspringen.
Die wenigen verbliebenen Schiedsrichter müssen dafür umso mehr leisten. "Wir sind bemüht, jedes Spiel so gut wie irgendwie möglich zu besetzen. Die Schiedsrichter pfeifen manchmal vier Spiele an einem Wochenende und spulen da 40 Kilometer am Rasen ab. Es ist sehr herausfordernd für uns alle", erklärt Markus Tiefgraber, Obmann des Salzburger Schiedsrichterverbandes im ORF.
Doch warum wollen immer weniger Menschen zur Pfeife greifen? Neben dem rauen Umgangston am Fußballplatz schrecken auch der hohe Zeitaufwand und die geringe Bezahlung ab. Je nach Spielklasse erhalten Hauptschiedsrichter zwischen 23 und 100 Euro pro Partie. Damit liegt Salzburg im Österreichvergleich am unteren Ende.
Der Altersdurchschnitt der Salzburger Schiedsrichter liegt bereits bei über 40 Jahren. Um mehr Nachwuchs zu gewinnen, wurde die Ausbildung auf ein Wochenende verkürzt. Auch die Entschädigungen sollen attraktiver werden.
Der Schiedsrichterverband nimmt aber auch die Vereine in die Pflicht. Weniger Druck von den Trainerbänken und Zuschauern sowie mehr Unterstützung bei der Suche nach neuen Schiedsrichtern seien notwendig.
Nicht alle sehen das so. "Ich sehe die Schuld nicht bei den Vereinen. Ich denke, das ist eine Angelegenheit des Schiedsrichterverbandes, die müssen das lösen", sagt Werner Wagener, sportlicher Leiter der SG Tennengau im ORF.