Beunruhigende Vulkane

"Schlafende Riesen" – die größte Bedrohung für die Welt

Forscher schlagen Alarm: Nicht die berühmten Feuerberge, sondern scheinbar ruhige Vulkane könnten die nächste globale Katastrophe auslösen.
Bernd Watzka
28.11.2025, 06:01
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Wenn über Vulkane gesprochen wird, denkt man meist an Ätna, Vesuv oder Yellowstone. Doch die wahre Gefahr lauert laut Experten ganz woanders - und zwar dort, wo niemand hinschaut: bei den "versteckten" Vulkanen.

Unüberwachte Vulkane sind Risiko

Der Vulkanologe Mike Cassidy warnt in "The Conversation", dass unüberwachte und inaktiv wirkende Vulkane das größte Risiko für die Welt darstellen. Besonders brisant: Alle sieben bis zehn Jahre bricht irgendwo auf der Erde ein Vulkan aus, von dem man bislang kaum etwas wusste - ohne dokumentierte Vorgeschichte.

Ausbruch nach 12.000 Jahren

Erst kürzlich ereignete sich der spektakuläre Ausbruch eines unüberwachten Vulkans: In Äthiopien erwachte der Vulkan Hayli Gubbi nach über 12.000 Jahren scheinbarer Ruhe. Er schleuderte Aschewolken über 13 Kilometer hoch in die Atmosphäre - bis über den Jemen und Nordindien hinaus ("Heute" berichtete").

2.000 Tote in Mexiko

Ein weiteres Beispiel: El Chichón in Mexiko. 1982 explodierte der Vulkan nach Jahrhunderten der Stille - mehr als 2.000 Menschen starben, Asche fiel bis nach Guatemala. Doch die Folgen reichten viel weiter: Schwefelpartikel kühlten das Klima auf der Nordhalbkugel ab, der Monsun verschob sich, Afrika erlebte extreme Dürre.

Nur Hälfte der Vulkane überwacht

"Schlafende Riesen" könnten jederzeit wieder ausbrechen - doch weltweit werden weniger als die Hälfte der aktiven Vulkane überhaupt überwacht. Während es unzählige Studien zum Ätna gibt, wird in Ländern wie Indonesien, den Philippinen oder Vanuatu kaum geforscht - trotz hoher Bevölkerungsdichte in aktiven Zonen.

Klimaveränderungen als mögliche Folge

Die Folgen großer Ausbrüche reichen weit über den Krater hinaus: Klimaveränderungen, Ernteausfälle, Hungersnöte, Krankheiten, soziale Unruhen - alles ist möglich. Doch es fehlt an einem globalen Frühwarnsystem. Cassidy und sein Team haben deshalb die "Global Volcano Risk Alliance" gegründet - mit dem Ziel, versteckte Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt vorzubeugen.

Warum das dringend nötig ist? Weil viele Menschen einen gefährlichen Irrglauben teilen: "Was lange ruhig war, wird schon ruhig bleiben." Doch die Geschichte lehrt das Gegenteil. Fakt ist: 
Der gefährlichste Vulkan ist nicht der, der raucht - sondern der, den niemand beachtet.

{title && {title} } bw, {title && {title} } 28.11.2025, 06:01
Jetzt E-Paper lesen