Aufruhr nach Glockner-Attacke

"Schleich dich!" – Bergsteiger verteidigt Bergführer

Nach der Attacke am Großglockner sorgt Bergsteiger Michael Bübl mit seiner Sicht für Wirbel. Für ihn ist der raue Umgangston am Berg normal.
Österreich Heute
04.09.2026, 05:45
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Das Video sorgt immer noch für Empörung, es wurde mittlerweile knapp drei Millionen Mal im Internet aufgerufen. Jetzt bekommt jener Bergführer, der am Großglockner einen anderen Alpinisten beschimpft und körperlich bedrängt hatte, überraschend Rückendeckung.

Michael Bübl, selbst Bergsteiger und Großglockner-Besteiger, sieht die Szenen deutlich weniger dramatisch. Zwar stellt auch der Niederösterreicher klar: "Der physische Angriff ist überzogen, aber der Ton am Berg ist eben rau."

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"Ich sehe das Verhalten ganz normal"

Die Aufnahmen einer Helmkamera eines polnischen Alipisten zeigen, wie der damalige Bergführer mit seiner Seilschaft an einer engen und ausgesetzten Stelle an dem polnischen Paar vorbeiziehen will. In weiterer Folge kommt es zu Beschimpfungen („Halt dein Maul“) und einem Gerangel am Grat. Die Polizei in Osttirol ermittelt wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit.

Michael Bübl ist einer der Wenigen, die den Bergführer öffentlich verteidigen: "Diese Handlung ist nicht so tragisch, ich sehe das Verhalten ganz normal." Seine Begründung: In großer Höhe herrschen eben andere Bedingungen als im Alltag: "Je höher am Berg, desto skrupelloser ist es, da geht es um Leben und Tod."

Auch lange Diskussionen haben dort nichts verloren: "Da oben gibt es für nichts Zeit", sagt Bübl zu "Heute".

"Da heißt es 'Schleich dich!'"

Vor allem die Wortwahl des Bergführers will Bübl nicht überbewerten. "Ich muss den Bergführer in Schutz nehmen. Seine Ausdrucksweise ist absolut normal und milieubedingt. Auf Dreitausend Meter gibt es auf einer Kletterstrecke wenig Interesse sich in Burgtheaterdeutsch auszudrücken."

Bübl weiter: "Es geht um Zeit und manchmal um Menschenleben. Da kann man nicht im Übersetzer nachsehen und auf Polnisch sagen 'Hätten Sie bitte die Güte ein wenig Freiraum zu schaffen, um meiner Wenigkeit das Vorbeigehen zu ermöglichen?' Da heißt es 'Schleich dich!'"

Auch Beschwerden über den rauen Ton kann Bübl wenig abgewinnen. "Ich kann ja nicht in ein Bergland kommen und mich dann über den Umgangston beschweren." Seine Sicht: "In Venedig singt man, in Tirol schimpft man, das ist so!"

Bergführer meldet sich nach Eklat

Mittlerweile hat sich auch der schimpfende Bergführer aus dem Video zu Wort gemeldet. Der Steirer räumt ein, dass die Aufnahmen für ihn alles andere als gut aussehen. "Man muss nichts schönreden, das kann man auch nicht. Das Video ist unvorteilhaft für mich", sagt er der Kleinen Zeitung.

Als Bergführer ist er inzwischen nicht mehr tätig. Besonders schwer scheint ihn das beruflich nicht zu treffen.

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"Da trafen sich zwei, die ego-infiziert sind"

Die Verantwortung für die Eskalation sieht der Steirer allerdings nicht nur bei sich. "Da trafen sich zwei, die ego-infiziert sind. Aber wen interessiert die Vorgeschichte, wie es zu dieser Szene kam?", erklärt er der Kleinen Zeitung. Was genau vor den gefilmten Szenen passiert sein soll, führt er nicht näher aus.

Auf dem millionenfach angesehenen Video ist zu sehen, wie sich der damalige Bergführer beim Abstieg zwischen ein Ehepaar drängt. Nach einem Wortwechsel eskaliert die Situation. Der Mann beschimpft den anderen Alpinisten unter anderem mit "Ich bin Bergführer, halt dein Maul! Sonst komm ich rauf und geb dir eine!"

Danach steigt er wieder zu ihm hinauf, packt ihn an den Armen und bedrängt ihn nur wenige Zentimeter vom Abhang entfernt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.09.2026, 07:13, 04.09.2026, 05:45
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