Ein Gerangel an einer ausgesetzten Stelle, Beschimpfungen ("Halt dein Maul") und ein millionenfach angesehenes Video: Der Zwischenfall am Großglockner sorgt weiter für Diskussionen. Nun äußert sich jener Steirer, der in den Aufnahmen zu sehen ist, erstmals selbst zu dem Vorfall.
"Man muss nichts schönreden, das kann man auch nicht. Das Video ist unvorteilhaft für mich", sagt der Mann gegenüber der "Kleinen Zeitung". Das Video wurde mittlerweile rund 2,7 Millionen Mal im Internet abgerufen.
Die Aufnahmen zeigen, wie der damalige Bergführer mit seiner Seilschaft an einer engen und ausgesetzten Stelle an einem polnischen Paar vorbeiziehen will. In weiterer Folge kommt es zu Beschimpfungen und einem Gerangel am Grat. Die Polizei in Osttirol ermittelt wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit.
Mittlerweile ist der Steirer nicht mehr als Bergführer tätig. Den Verlust dieser Tätigkeit nimmt er gelassen hin. "Das war nur ein kleiner Teil, eine Nebenbeschäftigung. Wenn eine Tür sich schließt, tut sich eine andere auf", sagt er zur Tageszeitung. Ihm tun vielmehr "die Menschen leid, die hinter dem Abzeichen stehen".
Die Verantwortung für die Eskalation will er allerdings nicht alleine bei sich sehen. "Da trafen sich zwei, die ego-infiziert sind. Aber wen interessiert die Vorgeschichte, wie es zu dieser Szene kam?", erklärt er der "Kleinen Zeitung", ohne näher auf diese Vorgeschichte einzugehen.
Der Mann, der die Szene filmte, schildert die Situation anders. Der erfahrene polnische Alpinist war gemeinsam mit seiner Partnerin am Großglockner unterwegs und bestreitet, den Bergführer bereits zuvor getroffen zu haben.
"Wir waren alle im gleichen Gebiet unterwegs, aber erst am Gipfel trafen sich unsere Gruppen", wird er in einer schriftlichen Stellungnahme in der Tageszeitung zitiert.
Auch bei einer späteren Übernachtung in derselben Hütte soll es laut dem polnischen Alpinisten zu keinem weiteren Aufeinandertreffen gekommen sein.