Das Video vom Großglockner sorgt weiter für Wirbel. Darin wird ein polnisches Urlauberpaar am Grat massiv beschimpft, auch Drohungen sind zu hören. In sozialen Medien kursierten danach Behauptungen, bei dem Mann im Video handle es sich um Helmut Ortner, Hüttenwirt der Wolayersee-Hütte in den Karnischen Alpen und einer der erfahrensten Alpinisten Österreichs.
Ortner weist das entschieden zurück. "Natürlich bin ich das nicht", sagt er zur "Kleinen Zeitung". Die Vorwürfe treffen den Alpinisten aus dem Lesachtal hart. Er ist geprüfter Berg- und Skiführer, war auch auf Achttausendern unterwegs und steht gelegentlich selbst als Bergführer im Einsatz.
Besonders ärgert ihn, wie schnell sein Name online mit dem Vorfall verbunden worden sei. "In was für einer Zeit leben wir, wo etwas einfach so behauptet werden kann?", sagt Ortner.
Er habe bereits einen Rechtsanwalt beauftragt, gegen entsprechende Postings im Internet vorzugehen. Auch ein weiterer Freund, der Bergführer sei, werde laut Ortner "völlig grundlos durch den Kakao gezogen".
Sein Anwalt Sebastian Brunner will nun zunächst erreichen, dass entsprechende Postings gelöscht werden. Danach soll eine Unterlassungserklärung folgen. Weitere rechtliche Schritte behält man sich vor.
Die Ermittler kennen die tatsächliche Identität des Mannes im Video. Klaus Hanser, Inspektionskommandant in Matrei in Osttirol, erklärt: "Die Person ist uns bekannt." Es handle sich um einen Mann aus der Steiermark. Weitere Details zu seiner Identität werden nicht veröffentlicht.
Die Polizei prüft nun, ob der Vorfall am Grat tatsächlich eine Gefahrensituation war. "Aus einem Video alleine lässt sich das nicht ableiten", sagt Hanser.
Im Raum steht der Verdacht der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Dafür drohen im Strafrahmen bis zu drei Monate Haft, wobei Hanser einordnet, dass ein erstmaliges Vergehen in der Regel nicht zu einer Haftstrafe führe.
Das Video soll mittlerweile 2,7 Millionen Mal angesehen worden sein. Die Ermittler wollen nun auch mit weiteren Beteiligten in Kontakt treten, darunter mit dem Filmer des Videos.
Fest steht bereits: Der Mann aus dem Video wird künftig nicht mehr als Bergführer arbeiten. Er legte seine Bewilligung aus freien Stücken zurück.