Rundfahrt bei Lichtenwörth

"Vespa-Bande" sammelt Spenden für Kevin (16) aus Wien

Am Sonntag rollen hunderte Vespas durch NÖ und das Burgenland. Gesammelt wird für Kevin (16) aus Wien und seine Mutter Maria.
Victoria Carina  Frühwirth
04.09.2026, 05:15
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Kevin ist 16 Jahre alt, liebt Tiere und fühlt sich besonders im Wasser wohl. Doch sein Alltag unterscheidet sich stark von jenem anderer Jugendlicher: Seit seiner Kindheit lebt der Wiener mit einer seltenen Epilepsie, einer chronischen Darmerkrankung, Herzproblemen und Autismus.

Vespas fahren Spendenrunde für Kevin

Nach schweren Krampfanfällen braucht Kevin oft mehrere Tage, um sich davon zu erholen. Seine Mutter Maria kümmert sich rund um die Uhr aufopferungsvoll um ihren Sohn. Jetzt will eine große Vespa Charity Tour der Familie helfen.

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Diesen Sonntag, am 6. September, startet in Lichtenwörth zum bereits sechsten Mal die große Vespa-, Piaggio- und Roller-Charity-Tour. Um 9.30 Uhr treffen sich die Teilnehmer am Kirchenplatz, um 10 Uhr geht es los.

Die Route steht längst fest.
Vespa Charity Tour

Die Route führt über Pöttsching und Schwarzenbach bis zum Hauptplatz in Wiener Neustadt. Dort soll gegen 13 Uhr die gesammelte Spendensumme bekannt gegeben werden. Kevin und seine Mama werden bereits beim Start in Lichtenwörth dabei sein.

"Ich habe die Not in ihren Augen gesehen"

Organisiert wird die Tour unter anderem von Harald Richter, Ex-Bürgermeister von Lichtenwörth. Er ist Teil der "Stonefield Vespa Bande", die wieder mit vielen Bikern an der Spendenaktion teilnehmen wird. Im "Heute"-Gespräch berichtet er davon, wie er Kevin und seine Mutter kennengelernt hat.

"Kevin ist ein ganz lieber Bursche. Ich war bei der Familie daheim zu Besuch. Da habe ich die Not in den Augen von Kevins Mutter gesehen, wie sie Hilfe und Unterstützung suchen", erzählt Richter gerührt.

Besonders belastend seien Kevins Krampfanfälle. Danach sei der 16-Jährige oft völlig erschöpft. "Kevin braucht teilweise zwei Stunden für ein Frühstück. Der Besuch war sehr emotional und berührend", so Richter.

12.000 Euro für Rollstuhl-Buggy

Die Familie benötigt vor allem einen speziellen Rollstuhl-Buggy. Kevin soll darin nicht nur sitzen, sondern sich auch während Ausflügen hinlegen und schlafen können. Eine Schieb- und Bremshilfe soll seiner Mutter den Alltag zusätzlich erleichtern. Das gewünschte Modell kostet laut Veranstalter jedoch rund 12.000 Euro.

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Dazu kommt ein weiteres Problem: Kevin wächst aus seinem bisherigen Kinderbett heraus. Benötigt wird ein spezieller Umbau mit hydraulischer Hebe- und Senkfunktion sowie ein Schutz vor dem Herausfallen. Dafür könnten laut Veranstalter noch einmal rund 15.000 Euro anfallen.

Vespa-Fahrer wollen Familie unterstützten

Um Kevins Mutter beim Stemmen dieser beiden Kostenstellen zu helfen, werden auf der Vespa Charity Tour im Raum Wiener Neustadt Spenden gesammelt. Schon zum sechsten Mal findet die Veranstaltung statt, zuvor wurde für einen anderen kranken Menschen – er heißt zufällig auch Kevin – gespendet. Jener Kevin ist im Herbst des Vorjahres verstorben. Die herzerwärmende Tradition des Spendenevents wird nun fortgeführt.

Die Charity-Tour hat inzwischen eine beachtliche Größe erreicht. Im vergangenen Jahr fuhren laut Richter mehr als 310 Vespas und Roller mit. Dabei kamen 8.400 Euro für die damals unterstützte Familie zusammen.

Spenden landen bei Buggy-Hersteller

"Das Geld, das wir heuer sammeln, spenden wir zu 100 Prozent an Kevin und seine Mutter Maria", so der Organisator. Dabei geht das gesammelte Spendengeld direkt an den jeweiligen Hersteller von Rollstuhl-Buggy und Bett-Umbau. Es wird kein Bargeld ausgehändigt, betont Richter gegenüber "Heute".

Die Kosten der Veranstaltung werden übrigens auch nicht aus den Spenden bezahlt. Kosten für Flyer, Werbung, Tische und andere Ausgaben übernimmt laut Harald Richter der Verein "Adventfenster Lichtenwörth". Rund 150 ehrenamtliche Arbeitsstunden würden heuer bereits für die Vespa Charity Tour anfallen.

Für Richter steckt hinter der Tour eine einfache Botschaft: Viele Menschen könnten sich täglich selbstständig bewegen, anziehen und ihren Hobbys nachgehen. "Deshalb wollen wir uns bei der Spendenrunde aktiv bewegen und Geld für Kevin sammeln."

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