Es gibt Spiele, die wollen gar nicht lange erklären, worum es geht. "Crime Simulator" gehört genau in diese Kategorie. Ursprünglich erschien der Simulator der kriminellen Art auf dem PC und später auf Xbox-Konsolen. Jetzt ist es auf der PlayStation 5 soweit. Ohne großes Drama, ohne lange Einführung, geht es einfach mitten hinein in eine Welt, in der Gesetze und Regeln eher als Vorschlag wirken. Entwickelt wurde der Titel von CookieDev, einem polnischen 1-Mann-Studio, das schon mit "Thief Simulator 2" Erfahrung gesammelt hat. Das Spiel bewegt sich irgendwo zwischen klassischer Stealth-Simulation und actionreicher Heist-Erfahrung.
Das Spielprinzip lässt sich schnell zusammenfassen, aber der Teufel steckt im Detail: In "Crime Simulator" schlüpft ihr in die Rolle eines Kriminellen, der sich in einer rauen, offenen Spielwelt behaupten muss. Ziel ist es, durch Einbrüche, Sabotageaktionen, Diebstähle und andere Missionen genug Geld zu verdienen, um Schulden zu begleichen und sich einen Namen zu machen. Hierbei entscheidet ihr selbst, wie ihr eure Herangehensweise gestaltet – lautlos durch Schatten und Lüftungsschächte oder risikoreich mit voller Wucht durch die Tür. Neben dem simplen Stehlen spielen Planung und Vorbereitung eine entscheidende Rolle.
Schleichen ist eine Kunst für sich, Vorräte müssen gut verwaltet und Fähigkeiten klug gewählt werden. Mit zunehmendem Fortschritt schaltet man neue Werkzeuge frei, von Dietrichen bis zu Drohnen, und erweitert die Auswahl an Ausrüstung, um komplexere Jobs erfolgreich abzuschließen. Besonders hervorzuheben ist der Koop-Modus, der das kriminelle Abenteuer in ein soziales Erlebnis verwandelt. Gemeinsam mit bis zu drei Freunden plant ihr eure Raubzüge, verteilt Aufgaben und erlebt die Dynamik von Teamspiel hautnah. Wer von Teamplay nichts hält, kann den "Crime Simulator" aber auch vollkommen alleine zocken.
Auf der PlayStation 5 läuft das Spiel grundsätzlich stabil, auch wenn es immer wieder kleinere technische Reibungen gibt. Das betrifft weniger einzelne Abstürze, sondern eher das Zusammenspiel aus Steuerung, Animationen und Reaktionszeiten. Gerade in hektischen Momenten kann das den Spielfluss etwas bremsen. Du merkst dann, dass die Idee hinter dem Spiel größer wirkt als die technische Umsetzung in manchen Situationen. Inhaltlich dreht sich vieles um klassische Szenarien aus dem Krimi-Genre, also Schleichen, Stehlen und das unbemerkte Entkommen aus verschiedenen Situationen.
Das Spiel setzt dabei auf Wiederholung, auf Muster, die du erkennst und mit der Zeit besser lesen lernst. Anfangs wirkt das noch spannend, weil du dich in neue Abläufe einfinden musst. Später stellt sich jedoch eine gewisse Routine ein, die nicht immer von neuen Impulsen durchbrochen wird. Die Steuerung auf der PlayStation 5 ist grundsätzlich zugänglich gehalten. Du findest dich schnell zurecht, auch wenn das Spiel dir nicht immer klar signalisiert, wann eine Aktion wirklich zuverlässig funktioniert. Gerade bei schnellen Bewegungen oder dem Wechsel zwischen verschiedenen Interaktionen entsteht manchmal ein Moment der Unsicherheit.
Genau diese Unschärfen ziehen sich durch mehrere Spielsituationen. Auch die Präsentation der Spielwelt bleibt eher funktional als detailliert. Die Umgebung erfüllt ihren Zweck, sie zeigt dir, wo du bist und was du tun kannst, aber sie versucht nicht ständig, dich visuell zu beeindrucken. Das passt zwar zum nüchternen Ansatz des Spiels, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Welt selten wirklich lebendig wirkt. Du bewegst dich durch Räume und Straßen, die eher Kulisse als eigenständiger Charakter sind. Mit der Zeit zeigt "Crime Simulator" auf der PlayStation 5 deutlicher, wie sehr es sich auf wiederkehrende Abläufe verlässt.
Was anfangs noch wie eine offene Spielwiese wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Muster aus ähnlichen Aufgaben, die sich in verschiedenen Varianten wiederholen. Du erkennst schneller, was von dir erwartet wird, aber genau dieses Erkennen nimmt dem Spiel auch ein Stück Spannung. Die Missionen folgen dabei einem ähnlichen Grundprinzip. Du sollst dich unauffällig bewegen, bestimmte Ziele erreichen und dabei möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen. Das klingt zunächst klar und nachvollziehbar, doch im Detail fehlt es oft an überraschenden Momenten. Statt echter Dynamik entsteht ein einschätzbarer Ablauf.
Das macht das Spiel einerseits zugänglich, andererseits aber auch vorhersehbar. Interessant ist, dass "Crime Simulator" dich selten aktiv in eine bestimmte Richtung drängt. Du bekommst zwar Aufgaben, aber wie du sie angehst, bleibt dir weitgehend selbst überlassen. Genau hier zeigt sich die Stärke des Spiels, aber auch seine Schwäche. Denn während diese Offenheit theoretisch viel Raum für Kreativität lässt, fehlt es in der Umsetzung oft an Tiefe, um wirklich unterschiedliche Wege spannend zu gestalten. Technisch bleibt die PS5-Version im Rahmen stabil, auch wenn die bereits erwähnten kleineren Unstimmigkeiten weiterhin auftreten.
Dazu gehören kurze Verzögerungen bei Aktionen oder Situationen, in denen Figuren nicht ganz sauber reagieren. Diese Momente sind nicht durchgehend störend, aber sie fallen immer wieder auf und reißen dich gelegentlich aus dem Spielfluss heraus. Auch die künstliche Intelligenz der Umgebung beziehungsweise der Spielfiguren wirkt eher funktional als wirklich überzeugend. Gegner oder NPCs reagieren meist nach einfachen Mustern, die du relativ schnell durchschauen kannst. Das sorgt zwar für Planbarkeit, nimmt dem Spiel aber gleichzeitig einen Teil der Spannung, die gerade in einem Titel dieses Genres entscheidend wäre.
Auf der positiven Seite bleibt das Gefühl, dass du deine Vorgehensweise zumindest frei wählen kannst. Du kannst vorsichtiger spielen oder riskanter vorgehen, auch wenn sich die Konsequenzen in vielen Fällen ähnlich anfühlen. Die Unterschiede in der Spielweise sind da, aber sie haben nicht immer den großen Einfluss, den du dir vielleicht erwarten würdest. Gerade auf längere Sicht zeigt sich, dass "Crime Simulator" weniger ein Spiel der großen Wendungen ist, sondern eher eines der kleinen Schritte. Du arbeitest dich durch Aufgaben, wiederholst Abläufe und versuchst, deine Vorgehensweise zu optimieren.
Je länger du "Crime Simulator" auf der PlayStation 5 spielst, desto deutlicher wird, dass der Titel stark von seiner Grundidee lebt, aber weniger von konsequenter Weiterentwicklung. Die anfängliche Neugier, die durch das freie Vorgehen entsteht, wird nach und nach von einem Gefühl der Wiederholung abgelöst. Du kennst die Abläufe, du kennst die Reaktionen, und genau dadurch verliert manches an Wirkung. Das bedeutet nicht, dass das Spiel völlig an Reiz verliert. Es gibt weiterhin Momente, in denen das Konzept funktioniert. Besonders dann, wenn mehrere Elemente gleichzeitig zusammenspielen und du spontan reagieren musst.
In solchen Situationen entsteht kurz das Gefühl von Druck, das gut zum Thema passt. Diese Augenblicke bleiben aber eher punktuell und tragen das Spiel nicht dauerhaft. Auffällig ist auch, dass die Motivation stark von dir selbst abhängt. "Crime Simulator" erklärt dir nicht ständig, warum du etwas tust, sondern setzt voraus, dass du dir deine eigene Dynamik schaffst. Wenn du das annimmst, macht das Spiel Spaß. Wenn nicht, kann es sich leer anfühlen. Das zieht sich durch die gesamte Erfahrung. Unterm Strich bleibt auf der PlayStation 5 ein Spiel, das seinen Namen ernst nimmt, aber nicht immer das Potenzial ausschöpft, das in seiner Idee steckt.