Leo, 20 Jahre jung und im Service beim Strandbad Ermatingen im Schweizer Thurgau, schildert die Lage offen: "Es ist hart dieses Jahr. Das Wasser ist extrem weit zurückgegangen. Beim Steg reicht es bis zu den Knien und bei der Plattform maximal zur Brust." Für das Strandbad sei das alles andere als leicht zu verkraften.
Früher sei das Geschäft vor allem vom Wetter abhängig gewesen, erzählt Leo gegenüber "20 Minuten" weiter. Doch heuer spielt auch der Wasserstand eine große Rolle. "Jetzt sind wir auch noch wasserabhängig. Es ist eigentlich die schlimmste Situation, die man sich vorstellen kann." Viele würden glauben, das Wasser sei zu niedrig zum Schwimmen – darum sei es ruhiger denn je.
Laut der "Schwäbischen Zeitung" ist der Pegelstand im Hafen von Konstanz (D) unter 290 Zentimeter gefallen – so tief wie noch nie zuvor. Das sind satte 129 Zentimeter weniger als im langjährigen Durchschnitt zu diesem Zeitpunkt.
Die Badegäste gehen unterschiedlich mit dem niedrigen Wasserstand um. Christoph aus Ermatingen meint: "Das ist eine Situation, mit der wir uns in Zukunft anfreunden müssen."
Trotzdem lässt er sich den Badespaß nicht nehmen: "Wir gehen auf jeden Fall baden, wir lassen uns die Freude nicht nehmen." Ingrid, eine Urlauberin, sieht es gelassen: "Den Wassermangel gibt es hier und da, ich kann das jetzt nicht allzu negativ bewerten."
Lubov meint: "Es wäre vielleicht schöner, wenn das Wasser ein bisschen einen höheren Stand hätte." Niko, der aus der Schweiz kommt, sagt: "Das ist nicht gerade schön, zum Baden sowieso nicht."
Leo vom Strandbad hält dagegen: "Wenn man unbedingt schwimmen möchte, geht das schon. Es gibt viele Einheimische, die jeden Tag schwimmen. Man muss einfach ein bisschen weiter raus." Die Natur sei eben so. "Vor ein paar Jahren hatten wir Überschwemmungen. Ich denke, mit den natürlichen Gegebenheiten muss man halt umgehen."
Einen Lichtblick sieht Leo trotzdem: "Wir haben es sehr idyllisch hier und es ist trotz dem niedrigen Pegel wunderschön. Und weil es jetzt eher ruhig ist, kann man jederzeit mit seiner Familie vorbeikommen. Wir sind immer noch am schönsten See, den man sich vorstellen kann."