Reaktor-Kühlung bedroht

Donau-Pegel zu niedrig! Soldaten sprengen Wasser zu AKW

Mehr als 100 Soldaten sind im Einsatz. Mit Sprengsätzen soll mehr Donauwasser zum AKW Cernavodă gelenkt werden, um dessen Kühlung zu sichern.
Newsdesk Heute
03.08.2026, 12:11
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Rumäniens Armee ist auf der Donau in einen ungewöhnlichen Noteinsatz gerufen worden. Nach dem dramatischen Niedrigwasser rund um das Atomkraftwerk Cernavodă sollen Soldaten, Marine-Spezialisten und Taucher helfen, mehr Wasser Richtung Kraftwerk zu lenken.

Der Hintergrund ist ernst: Wegen des extrem niedrigen Donau-Pegels wurde Block 1 des AKW Cernavodă bereits kontrolliert heruntergefahren. Die Durchflussmenge der Donau war zuvor auf rund 1.630 Kubikmeter pro Sekunde gefallen – der niedrigste Stand seit 30 Jahren. Die frühzeitige Abschaltung sollt vor allem die Kühlpumpen des Reaktors schützen.

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Inzwischen nähert sich der große Strom überhaupt seinem historischen Minimum von rund 1.400 m³/s. Und damit gerät auch die Kühlung für Block 2 in Gefahr.

Die rumänische Regierung beschloss am Freitag Notmaßnahmen, um die für einen sicheren Betrieb nötige Wassermenge zu sichern. Das teilten das rumänische Verteidigungsministerium und die Rumänische Marine mit.

Im Einsatzgebiet zwischen Donau-Kilometer 345 und 346, wo der Bala-Arm auf die Dunărea Veche trifft, führten Spezialisten der rumänischen Marine hydrografische Messungen durch. Die Daten sollen zeigen, wie ein unter Wasser liegender Schwellenbau errichtet werden kann.

Dann folgte der nächste Schritt: kontrollierte Sprengungen. Laut den Angaben des Militärs waren mehr als 100 Soldaten und 16 technische Mittel im Einsatz. Kampftaucher der EOD-Einheiten testeten zunächst kleinere Sprengladungen. "Die ersten Tests sind sicher gelungen", hieß es in der Mitteilung übersetzt.

Danach wurden stärkere Ladungen vorbereitet. Wörtlich erklärte das Ministerium übersetzt: "Es folgen drei kontrollierte Detonationen, jede mit einer Hochleistungsladung." Ziel ist, einen Teil des Wassers wieder stärker in Richtung jenes Donau-Arms zu lenken, der für die Versorgung des AKW Cernavodă entscheidend ist. Das Kernkraftwerk liegt am Beginn des Donau-Schwarzmeer-Kanals.

Ausfall hätte gravierende Folgen

Aktuellen rumänischen Berichten zufolge wurde am Montagmorgen auch der Felsdamm Pârjoaia mit 100 Kilogramm Sprengstoff zerstört. Zuvor hatte eine erste Aktion nicht den gewünschten Effekt gebracht. Danach sollten Baggerarbeiten und der Einsatz von Barken folgen, um die Wasserführung weiter zu beeinflussen.

Für Rumänien steht viel auf dem Spiel. Cernavodă ist das einzige Atomkraftwerk des Landes. Die beiden Reaktoren liefern normalerweise einen bedeutenden Teil des rumänischen Stroms. Fällt auch der zweite Block aus, würde das die Energieversorgung zusätzlich belasten.

Das Energieministerium hatte bereits betont, dass die Abschaltung von Block 1 eine Vorsichtsmaßnahme sei. Ein Schaden an einer Kühlpumpe könnte laut den Behörden aufwendige Reparaturen nach sich ziehen, die im schlimmsten Fall mehrere Monate oder sogar bis zu einem Jahr dauern könnten.

Die Lage an der Donau bleibt angespannt. Auch in anderen Ländern sorgt das Niedrigwasser für massive Probleme: In Ungarn geriet ein Atomkraftwerk unter Druck, in Österreich produzieren Kraftwerke weniger Strom. Gleichzeitig legt die trockene Donau immer wieder historische Funde frei – darunter Wracks aus der NS-Zeit und sogar Mammutreste.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.08.2026, 08:44, 03.08.2026, 12:11