Verdacht erhärtet

"Schlimmstes Szenario" – Polizeischülerin warb für IS

Eine Polizeischülerin (27) soll für den IS geworben haben. Ein Experte zeigt auf, wie gefährlich Extremisten mit Zugang zu Waffen werden können.
23.10.2026, 13:42
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Wirbel um Polizeischülerin in Graz: Eine 27-Jährige soll während ihrer Ausbildung die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verherrlicht und Kollegen sogar zur Ausreise ins Kalifat aufgefordert haben. Sätze wie "Sprich mir nach und du konvertierst zum Islam" sollen gefallen sein, außerdem habe sie nicht mit männlichen Kollegen zusammenarbeiten wollen.

Die Frau mit afghanischen Wurzeln wurde mittlerweile aus dem Polizeidienst entlassen, die Ermittlungen laufen.

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Experte warnt vor Extremisten mit Polizeiwaffen

"Das ist natürlich das bedrohlichste Szenario, wenn extremistische Personen Zugang zu Waffen haben und das ausnutzen könnten", sagt Nicolas Stockhammer, Extremismusforscher der Donau-Uni Krems zu "Heute".

Daher brauche es mehr Kontrollen. "Man muss die Leute regelmäßig und ohne Vorwarnung überprüfen. Denn es gibt immer die potenzielle Bedrohung, dass jemand abdriftet."

Und dass sich Menschen innerhalb von Sicherheitsbehörden radikalisieren, sei kein neues Phänomen. Solche Fälle würden international gesehen mehr.

Immer mehr Junge radikalisieren sich online

Schwierig sei nur die Frage, was genau überprüft werden kann. Man könne etwa kontrollieren, ob jemand Kontakte in die extremistische Szene habe. "Aber man kann in einen Menschen nicht hineinschauen." Es sei jedenfalls ein positives Signal, dass die Polizeischülerin herausgefiltert werden konnte und "faules Obst quasi aussortiert wurde", sagt Stockhammer. Hinweise auf eine Unterwanderung sieht er nicht.

In diesem konkreten Fall habe sich die 27-Jährige wohl online radikalisiert. Solche Fälle nehmen immer mehr zu. Vor allem, seit dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023. In sozialen Medien würden immer öfter islamistische Akteure junge Menschen anstacheln, sagt Stockhammer. "Sie erlangen Zugang zu den Unzufriedenen, Wütenden und Sinnsuchenden. Das hat eine Dynamik, die gravierend ist."

red, 23.10.2026, 13:42
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