Für viele steirische Winzer geht es um ihre Existenz. Die Amerikanische Rebzikade verbreitet eine gefährliche Krankheit, die Weinreben absterben lässt. Besonders betroffen ist die Südoststeiermark, berichtet die "Kleine Zeitung". Schon im Frühjahr schlugen Weinbauern Alarm: "In Klöch brennt der Hut".
Die sogenannte Goldgelbe Vergilbung verursacht Wachstumsstörungen und kann ganze Weinstöcke zerstören. Erkrankte Reben müssen gerodet werden. Wer das nicht macht, riskiert Strafen von bis zu 30.000 Euro.
Jetzt wollen Bund und Länder mit künstlicher Intelligenz gegensteuern, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Drohnen sollen Luftbilder von gefährdeten Weingärten aufnehmen. Eine KI wertet diese aus und soll kranke Reben möglichst früh erkennen.
"Moderne Technologien wie künstliche Intelligenz und Drohnen können uns künftig zusätzlich dabei helfen, befallene Reben rechtzeitig zu erkennen und die weitere Ausbreitung einzudämmen", erklärt Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer.
Auch Traktoren sollen künftig mit speziellen Kameras und KI-Software ausgestattet werden. Damit könnten Krankheitssymptome direkt während der Fahrt durch den Weingarten erkannt werden.
Die Rebzikade überträgt den Krankheitserreger, wenn sie an infizierten Weinreben saugt. Nach drei bis vier Wochen kann sie weitere Pflanzen anstecken. Besonders gefährlich sind erwachsene Tiere, die von Mitte Juli bis Ende September auftreten.
Das Verbreitungsgebiet reicht mittlerweile von der Südoststeiermark über Leibnitz und Deutschlandsberg bis in Teile der Bezirke Voitsberg, Weiz und Hartberg-Fürstenfeld.
Das Forschungsprojekt wird von der AGES gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium und mehreren Bundesländern umgesetzt. Es läuft bis Juni 2029 und kostet rund 579.000 Euro. Die Steiermark übernimmt davon 65.840 Euro.