Noch bevor die neue Formel-1-Generation 2026 erstmals auf die Strecke geht, brodelt es hinter den Kulissen. Auslöser ist ein Streit um das Verdichtungsverhältnis der neuen Motoren. Im Fokus stehen Mercedes und Red Bull Powertrains, denen die Konkurrenz einen möglichen Regelvorteil beim Verbrennungsmotor vorwirft.
Kern der Debatte ist das für 2026 von 18:1 auf 16:1 reduzierte Verdichtungsverhältnis. Während die statischen Tests der FIA offenbar eingehalten werden, vermuten Rivalen, dass unter realen Betriebsbedingungen bei hohen Temperaturen effektiv höhere Werte erreicht werden könnten. Audi, Ferrari und Honda sehen darin einen Widerspruch zum Grundsatz, dass ein Formel-1-Auto jederzeit regelkonform sein muss.
Der Weltverband FIA will das Thema noch vor den Wintertests in Barcelona mit technischen Experten erörtern. Kurzfristig hält man jedoch an den bestehenden Prüfverfahren fest. Anpassungen gelten frühestens zur Saison 2027 als realistisch.
Kleiner Trost: Für Hersteller, die beim Verbrennungsmotor ins Hintertreffen geraten, greift 2026 ein Ausgleichsmechanismus. Die Leistung der Antriebseinheiten wird in Blöcken von jeweils sechs Rennen bewertet. Je nach Rückstand sind ein oder zwei zusätzliche technische Weiterentwicklungen erlaubt. Am Verdichtungsverhältnis selbst lässt sich jedoch nur schwer kurzfristig etwas ändern.
Neben dem Motoren-Streit bringt 2026 eine umfassende Regelreform für die gesamte Königsklasse. Die Autos werden wieder kleiner und leichter. Der Radstand schrumpft von 3,6 auf 3,4 Meter, die Breite von 2,0 auf 1,9 Meter. Gleichzeitig soll das Mindestgewicht um rund 40 bis 50 Kilogramm sinken. Ein Formel-1-Auto wird damit wieder etwa 750 Kilogramm wiegen.
Das DRS bleibt erhalten, wird aber durch aktive Aerodynamik ergänzt. Verstellbare Front- und Heckflügel sollen höhere Kurvengeschwindigkeiten und Topspeeds ermöglichen. Zusätzlich kommt ein Override-Modus als Überholhilfe, der kurzfristig deutlich höhere Endgeschwindigkeiten erlaubt.
Auch die Motoren werden grundlegend weiterentwickelt. Der V6-Turbo bleibt, doch die Hybrid-Komponenten gewinnen massiv an Bedeutung. Künftig stammt rund die Hälfte der Leistung aus elektrischer Energie. Die Batterieleistung steigt stark an, während der Verbrennungsmotor reduziert wird. Schlussendlich bleibt die Gesamtleistung bei etwas über 1.000 PS.
Trotz aller Innovationen rechnet die FIA damit, dass die neue Auto-Generation auf manchen Strecken etwas langsamer sein wird. Das Ziel der Reform ist dennoch klar: Besseres Racing, mehr Überholmöglichkeiten, geringere Kosten und ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sollen die Formel 1 fit für die Zukunft machen.