Jahre nach Skandal-Video

"Schmerzt mich" – Kurz legt Ibiza-Geständnis ab

Nach dem Ibiza-Skandal war die türkis-blaue Koalition Geschichte. Heute sieht Ex-Kanzler Sebastian Kurz dies als einen Fehler an.
Newsdesk Heute
23.08.2026, 11:30
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Im Mai 2019 sorgte ein brisantes Video für Aufregung in der heimischen Politiklandschaft. Die heimlichen Aufnahmen zeigten den damaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Klubobmann Johann Gudenus (beide FPÖ) mit der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen.

Das Videomaterial wurde kurz vor der Nationalratswahl 2017 in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza aufgenommen. Bei dem Gespräch ging es um eine mögliche Übernahme parteiunabhängiger Medien, Umgehung der Gesetze zur Parteifinanzierung und Staatsaufträge im Gegenzug für finanzielle Spenden. Als Konsequenz wurde die damalige Koalition zwischen der türkisen ÖVP von Sebastian Kurz und der FPÖ aufgelöst.

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"Sehr erfolgreiche Koalition"

Anlässlich seines 40. Geburtstags hat Alt-Kanzler Kurz nun mit der "Kronen Zeitung" über die damalige Zeit gesprochen und aufhorchen lassen. Demnach würde es ihn "schmerzen", dass er die Koalition mit den Freiheitlichen aufgrund des Ibiza-Videos beenden musste.

Kurz bezeichnete die damalige Regierung als "sehr erfolgreich". Die Koalition habe eine große Unterstützung der Bevölkerung genossen. Zudem seien die Bürger mit der Arbeit der damaligen Regierung zufrieden gewesen. Dem Ex-Kanzler zufolge habe man einiges auf die Reihe gebracht. Als Beispiele nannte Kurz den Budgetüberschuss, die Arbeitszeitflexibilisierung und eine Kursänderung bei der Migrationspolitik.

Kritik an Grünen

Laut Kurz hätten damals viele bedeutende Leute – "vom Bundespräsidenten abwärts bis hin zu einzelnen Bundesländern" – die Koalition zwischen ÖVP und FPÖ nicht unterstützt. Zudem sei das Gefühl vermittelt worden, dass Ausschnitte aus dem Video erst der Anfang wären und es noch mehr belastendes Material gebe. Dies sei dem Ex-Kanzler zufolge nicht der Fall gewesen. Die paar Minuten habe man "sehr geschickt zusammengeschnitten", so Kurz. Der Alt-Kanzler ist der Ansicht, dass damals "auch eine gewisse Täuschung" dabei gewesen sei.

Nachdem die Koalition gesprengt wurde, unternahm erst eine Expertenregierung unter der Führung von Brigitte Bierlein († 74). Als die Neuwahlen geschlagen waren, ging Kurz eine Koalition mit den Grünen ein, die er heute offenbar bereut. "Wenn man sieht, was danach mit den Grünen stattgefunden hat, dann ist es nicht nur für mich persönlich schade, sondern auch für das ganze Land schlecht gewesen", sagte der Ex-Kanzler zur "Krone".

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