Das große "Heute"-Interview mit Innenminister Gerhard Karner schlägt weiterhin hohe Wellen. Im Talk verteidigte der ÖVP-Mann den Asylkurs der Bundesregierung und kritisierte FPÖ-Chef Herbert Kickl für seine Abschiebepläne scharf. "Dass Kickl mit einem Plüschflieger so tut, als wären Abschiebungen einfach", sei "beschämend".
Gegenüber "Heute" schlug NÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) zurück und attackierte den ÖVP-Innenminister scharf: "Karner hat offensichtlich das Grundprinzip von Asyl nicht verstanden. Asyl ist Schutz auf Zeit und nicht die Eintrittskarte für einen Daueraufenthalt in unserem Land oder sogar für den rot-weiß-roten Pass."
Landbauer kritisierte, dass nur etwas mehr als 2.000 der über 100.000 zugewanderten Syrer nach dem Sturz des Assad-Regimes in ihre Heimat zurückgekehrt sind. "Wenn der ÖVP-Minister allen Syrern die österreichische Staatsbürgerschaft umhängen will, dann soll er endlich so ehrlich sein und das unseren Landsleuten sagen, anstatt permanent seine Märchenstunde und Abschiebeshow abzuziehen."
Am Samstag rückte ÖVP-Abgeordneter Andreas Hanger via Aussendung zum Konterangriff aus. "Landbauer fordert Massendeportationen und vergisst seinen eigenen Migrationshintergrund", betonte er. Der Landeshauptfrau-Stellvertreter stammt eigenen Aussagen zufolge selbst aus einer ausländischstämmigen Familie, seine Mutter hat persische Wurzeln.
Hanger: "Darf Udo Landbauer selbst in Österreich bleiben, wenn er fordert, dass Menschen, die sich integrieren, die die Sprache erlernen und einen Beruf ausüben, abgeschoben werden sollen?" Der FPÖ-Mann wäre aus Sicht des ÖVP-Abgeordneten gut beraten, "für Niederösterreich zu arbeiten, statt andere zu beschimpfen".