Acht Bier, Antidepressiva und schließlich zwei Promille Alkohol im Blut: Ein Skitag in Kirchberg endete für einen 37-jährigen Deutschen mit einem Eklat. Monate später musste er sich dafür am Innsbrucker Landesgericht verantworten – darüber berichtet die "Tiroler Tageszeitung".
Der Mann, der im Winter selbst in Tirol als Seilbahnmitarbeiter arbeitet, war im vergangenen Frühjahr im Bereich der Fleckalmbahn unterwegs. Dort geriet er zunächst mit einem anderen Skifahrer in Streit, heißt es in dem Bericht.
Die Auseinandersetzung endete mit einem Faustschlag gegen den 37-Jährigen. Er fiel mit dem Gesicht voraus in den Schnee.
Danach stellte sich der Deutsche vor eine mit mehr als 100 Personen besetzte Lokalterrasse. Dort entblößte er sich und vollzog sexuelle Handlungen, schreibt die "Tiroler Tageszeitung".
Anschließend ging es auf einem Parkplatz weiter. Dort schlug der 37-Jährige mit seinen Skistöcken auf einen abgestellten Audi ein. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 8.000 Euro.
Vor Richter Thomas Wallnöfer gestand der Deutsche die Vorfälle. Auf eine Vorführung des Videos, das die Belästigungshandlung zeigte, verzichtete er laut der Tageszeitung.
Ursprünglich waren auch Gewalttaten gegenüber seiner Lebensgefährtin angeklagt. Diese machte von ihrem Recht Gebrauch, nicht auszusagen. Damit fiel dieser Anklagevorwurf weg.
Auf seine Alkoholisierung angesprochen, erklärte der 37-Jährige laut "Tiroler Tageszeitung" vor Gericht: "Wissen Sie, ich bin Schnellabfahrer, da bekommt man gleich einen trockenen Mund".
Während des Skitages habe er deshalb immer wieder Bier getrunken. Lediglich bei besonders steilen Abfahrten sei ihm bereits schwindlig geworden.
Staatsanwalt Andreas Leo fand dazu deutliche Worte. "Manchmal ist weniger mehr. Weniger Gewalt, weniger Anstößiges, weniger Skistock und weniger Alkohol. Wenn Sie in derartigen Zuständen über die Pisten fahren, könnten wir uns nach einem Unfall mit Schwerverletzten oder Toten in einem ganz anderen Rahmen wiedersehen. Lassen Sie das!", wird Leo in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert.
Das Gericht verhängte wegen der Mittellosigkeit des Mannes rechtskräftig eine Geldstrafe von 960 Euro, umgerechnet vier Monate Haft. Der 37-Jährige zahlt die Geldstrafe in Raten von jeweils 40 Euro pro Monat ab.