Tierische Studie alarmiert

Schockfund: 900 Teilchen! Seevögel sind voller Plastik

Forscher zeigen: Junge Sturmtaucher haben heute drastisch mehr Plastik im Magen als noch vor Jahren. Die Rekordwerte sind alarmierend.
Heute Tierisch
17.09.2026, 07:45
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Auf der australischen Insel Lord Howe Island untersuchen Wissenschafter seit 2010 Blassfuß-Sturmtaucher – eine Seevogelart, die dort brütet. Was sie dabei finden, ist erschreckend: In den Magen der jungen Vögel sammelt sich immer mehr Plastik an.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2011 fand man bei einem Jungvogel 276 Plastikteile mit einem Gewicht von 64 Gramm. 2023 stieg die Höchstzahl auf 403 Teile, 2024 auf 407 und 2025 sogar auf 894 Plastikstücke. Im Jahr 2026 wurde mit 67,4 Gramm ein neuer Massehöchstwert erreicht.

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Das meldet scinexx.de unter Berufung auf eine Studie des Natural History Museum. Das Team um Forscherin Jennifer L. Lavers wertete Daten aus 16 Jahren aus und untersuchte dabei die Mägen von Jungvögeln sowie gestrandete, verendete Tiere.

Nicht mehr Vögel betroffen – aber extremere Fälle

Besonders beunruhigend: Zwar sind nach wie vor etwa 75 bis 85 Prozent der untersuchten Jungvögel von Plastik betroffen – diese Zahl blieb über die Jahre relativ stabil. Doch die extremsten Fälle werden immer schlimmer. Wer nur die Häufigkeit betrachtet, könnte übersehen, wie stark die Plastikmenge bei den am stärksten betroffenen Tieren gewachsen ist.

Unter den Plastikfunden befinden sich vermehrt Flaschendeckel und sogenannte "Nurdles" – winzige Kunststoffgranulate, die als Rohstoff für die Plastikproduktion dienen. Besonders von 2024 bis 2026 nahmen diese Typen stark zu.

Was sind Nurdles?

Nurdles sind winzige Kunststoffkügelchen, meist nur wenige Millimeter groß, die als Rohmaterial für die Herstellung von Plastikprodukten dienen. Gelangen sie bei Produktion oder Transport in die Umwelt, werden sie zu problematischem Mikroplastik: Sie sind kaum wieder einzusammeln, können Schadstoffe anlagern und von Fischen, Seevögeln und anderen Tieren mit Nahrung verwechselt und verschluckt werden.

Langfristige Beobachtung ist entscheidend

Die Studie zeigt auch, warum langfristige Forschung so wichtig ist: Je nach ausgewähltem Zeitraum könnten die Daten einen Anstieg, Rückgang oder keinen Trend zeigen. Erst bei Betrachtung von Zehnjahresfenstern wurde der signifikante Anstieg sichtbar. Ein einzelnes gutes oder schlechtes Jahr kann den wahren Trend leicht verdecken.

Weltweit verschmutzen immer mehr Kunststoffe die Meere. Experten warnen, dass sich die Plastikkonzentration in den Ozeanen bis 2050 vervierfachen könnte. Bei fast 90 Prozent der untersuchten Meeresarten wurden bereits Auswirkungen festgestellt.

red,17.09.2026, 07:45