Ärzte schlagen Alarm

Schockstudie: Tattoos können wirklich blind machen

Eine seltene Entzündung durch Tattoos kann Jahre später zur Erblindung führen – Ärzte berichten von immer mehr Fällen.
Österreich Heute
06.04.2026, 13:32
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Eine einfache Tätowierung kann Jahre später dramatische Folgen haben. Die Köchin Nelize Pretorius verlor plötzlich fast ihr Sehvermögen – die Ursache lag in einem Tattoo auf ihrem Rücken.

Zunächst tappen die Ärzte im Dunkeln. Eine Bindehautentzündung wird vermutet, doch der Befund ist negativ. "Ich konnte kaum noch sehen", erinnert sich Pretorius. "Ich verlor mein Sehvermögen und niemand konnte mir sagen, warum", sagt sie in einem Interview mit dem australischen TV-Sender ABC. Erst später wird klar: Ihr Immunsystem greift durch eine sogenannte Tattoo-assoziierte Uveitis die Augen an.

Zahl der Fälle verdoppelt

Neue Zahlen zeigen, dass solche Fälle zunehmen. Allein in Australien wurden zuletzt 40 neue Fälle dokumentiert - damit hat sich die Zahl weltweit seit 2010 verdoppelt, das zeigt eine aktuelle Studie im Fachmagazin "Clinical and Experimental Ophthalmology". Die Krankheit kann schwere Folgen haben: dauerhafter Sehverlust, Grüner Star und ein Leben lang Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.

"Man lässt sich ein Tattoo stechen und denkt, das Risiko besteht darin, dass man es später im Leben bereuen könnte", sagt Pretorius. "Das wahre Risiko ist: Man könnte möglicherweise sein Sehvermögen verlieren."

Augenärztin Josephine Richards – sie behandelt auch das Opfer Nelize Pretorius – beobachtet den Anstieg seit Jahren. "Ich wurde vor etwa vier oder fünf Jahren darauf aufmerksam, und dann, als ich mir dessen bewusst war, hatte ich plötzlich all diese Patienten", berichtet sie auf dem Sender ABC.

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Besonders tückisch: Die Beschwerden treten oft erst lange nach dem Tattoo auf – meist nach ein bis zwei Jahren, in einem Fall sogar erst nach 35 Jahren. Häufig stehen schwarze Tinten im Verdacht, aber auch rote oder rosa Farben können Auslöser sein.

Die Behandlung ist schwierig. Nur wenige Betroffene bleiben ohne bleibende Schäden. Viele müssen dauerhaft Medikamente nehmen. "Was uns wirklich beunruhigt, ist, dass es uns einfach nicht gelingt, diese Menschen von den Medikamenten zu bekommen", sagt Richards.

Es lauern noch mehr Gefahren in Tattoos

Doch damit nicht genug: Studien zeigen weitere Risiken von Tattoos. Manche Farben enthalten potenziell krebserregende Stoffe. Zudem stimmt die Inhaltsangabe auf Tintenflaschen oft nicht mit dem tatsächlichen Inhalt überein.

Auch das Entfernen von Tattoos ist nicht ohne Gefahr. Beim Lasern können sich Stoffe im Körper verteilen und starke Reaktionen auslösen. Dabei können sogar krebserregende Substanzen entstehen.

Trotz all dieser Risiken bleibt der Trend ungebrochen. "So viele Menschen lassen sich tätowieren, und ich habe das Gefühl, es wäre sehr schwer, die Leute davon abzuhalten", sagt Richards im TV-Interview. Ihr Ziel: mehr Aufklärung und sicherere Farben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.04.2026, 13:32
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