Alarm in der Bezirkshauptstadt! In Hollabrunn sorgt eine Serie von Schüssen auf Gebäude und einen Pkw für Aufregung. Der grüne Landtagsabgeordneter und Sprecher der Grünen Hollabrunn, Georg Ecker, erklärte in einem Statement gegenüber "Heute": "Wir verurteilen derartige politische Gewalttaten aufs Schärfste. Auch die ÖVP, die zuletzt mit Inseraten hetzerische Stimmung gemacht hat, trägt verstärkt politische Mitverantwortung für derartige Taten und ist aufgerufen, wieder für ein friedliches Zusammenleben einzutreten." Denn nach einer Moschee wurde auch das Grüne Büro in Hollabrunn beschossen, zwei Einschusslöcher wurden entdeckt.
In der Nacht auf Sonntag ist auf die Moschee des Vereins der Albanischen Muslime geschossen worden. Gegen Mitternacht dürfte ein unbekannter Täter das Feuer eröffnet haben. Nur rund eineinhalb Kilometer entfernt wurde in derselben Nacht auch auf einen Pkw geschossen, teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager gegenüber "Heute" mit. Ein Projektil konnte sichergestellt werden.
Am Montag kam ein weiterer brisanter Vorfall ans Licht: Auch das Parteilokal der Grünen in Hollabrunn wurde beschossen. Laut Polizei dürften die zwei Schüsse im Zeitraum zwischen Freitag und Montag abgegeben worden sein.
Der Staatsschutz ermittelt. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung prüft derzeit mögliche Zusammenhänge. "Es gibt erste Ermittlungsansätze", so Baumschlager – Details nennt die Polizei aus taktischen Gründen noch nicht. Besonders im Fokus steht die Frage, ob die Schüsse einen religiösen oder politischen Hintergrund haben. Auch wird untersucht, ob alle Projektile aus derselben Waffe stammen. Die Polizei hat für Hollabrunn eine verstärkte Streifentätigkeit angekündigt.
Hinweise aus der Bevölkerung – insbesondere verdächtige Beobachtungen in der Nacht auf Sonntag – nimmt die Polizeiinspektion Hollabrunn unter der Telefonnummer 059 133/3410 entgegen.
Scharfe politische Reaktionen folgten umgehend. "Wir verurteilen derartige politische Gewalttaten aufs Schärfste", erklärte Georg Ecker, Landtagsabgeordneter und Sprecher der Grünen Hollabrunn.
Auch die Albanische Kultusgemeinde meldete sich zu Wort. "Die albanische muslimische Gemeinschaft in Österreich verurteilt diese Gewalttat gegen eine religiöse Einrichtung scharf", hieß es in einem Facebook-Statement. Unterstützung kam auch von der Israelitischen Kultusgemeinde. IKG-Präsident Oskar Deutsch schrieb auf X: "Wir verurteilen diesen Angriff auf eine religiöse Einrichtung schärfstens. Auch wenn das Motiv noch unklar ist, ist eine Abrüstung der Sprache gegenüber Muslimen und anderen Minderheiten in Österreich überfällig."
In der Moschee wurde niemand verletzt. Der Vereinsobmann, der im Obergeschoß wohnt, hörte kurz nach Mitternacht einen lauten Knall. Wenig später entdeckte er gemeinsam mit einer weiteren Person das Einschussloch im Eingangsbereich. Das Projektil durchschlug den Türrahmen, flog durch einen Raum und eine Doppelglasscheibe und blieb schließlich im Innenhof liegen – dort wurde es von der Polizei sichergestellt.