Im März sorgte ein Vorfall aus Tirol während des islamischen Fastenmonats Ramadan für Aufregung. Vor der Wohnungstür einer türkischen Familie in Hall wurde ein abgetrennter Schweinskopf gelegt. Garniert wurde das Ganze mit einer Botschaft auf einem Zettel. "Happy Ramadan, ihr Affen", war darauf zu lesen.
Der Aufschrei in dem Ort war groß. Bürgermeister Christian Margreiter sprach damals von einer gezielten Attacke, die schockiert und betroffen macht. Er selbst sprach damals eine Belohnung für Hinweise zum Täter aus. Auch eine Kundgebung gegen Rassismus wurde abgehalten.
Schlussendlich führte die Spur zu einem 27-jährigen Tiroler, der sich am Dienstag vor Gericht verantworten musste, wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet. Seitens des Bezirksanwalts wurde dem Mann das Vergehen der Beleidigung vorgeworfen.
Im Zuge der Verhandlung bekannte sich der Angeklagte schuldig und schilderte, dass es eine Vorgeschichte mit der Familie gegeben habe. Er habe früher neben der Familie gewohnt. Demnach sei es damals zu Streitigkeiten gekommen.
Der Mann gab an, dass er die Tat keineswegs geplant hätte. Er sei stark alkoholisiert gewesen und habe sich spontan dazu entschieden, "die beiden erwachsenen Familienmitglieder" zu ärgern. Dazu habe er den Kopf eines Spanferkels verwendet.
Die Richterin hielt fest, dass die Aktion "unpassend und befremdlich" gewesen sei. Bei vielen Menschen hätte der Vorfall "Unbehagen" ausgelöst. Dennoch sah sie den Tatbestand der Beleidigung nicht als erfüllt an.
Dies wurde damit begründet, dass eine Beleidigung nur dann strafrechtlich relevant sei, wenn sie in der Öffentlichkeit getätigt werde. Mindestens drei unbeteiligte Personen müssten die Beleidigung mitbekommen, was hier nicht der Fall gewesen sei. Somit wurde der 27-Jährige am Ende freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.