Mit Ski-Stars wie Marco Odermatt, Franjo von Allmen und Alexis Monney ist die Schweiz im Speed-Bereich bärenstark aufgestellt. Für Arnaud Boisset wird genau das zum Problem. Der 28-Jährige stand bereits auf dem Weltcup-Podest, muss nun aber um seinen Startplatz kämpfen.
Der Speed-Spezialist macht deutlich, wie hart der Konkurrenzkampf innerhalb der eigenen Mannschaft ist – und kann sich einen kleinen Seitenhieb dabei nicht verkneifen. "In Österreich oder Frankreich wäre ich wahrscheinlich fix dabei", meint Boisset.
Dabei stand der Walliser im März 2024 noch auf dem Weltcup-Podest. Wenige Monate später folgte der Rückschlag. Bei der Abfahrt in Beaver Creek im Dezember 2024 stürzte Boisset schwer, erlitt eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen im Gesicht und an der Schulter.
Im Februar 2025 musste er seine Saison vorzeitig beenden. Während seiner Verletzungspause machten andere Schweizer Speedfahrer auf sich aufmerksam. "Ich konnte nicht nach zwölf Monaten zurückkommen und wieder auf meinem alten Niveau sein. Dafür braucht es Zeit. Aber ich hatte diese Zeit nicht, weil ich immer Druck von den anderen hatte", schilderte der Schweizer dem "Blick".
Im März 2026 durfte Boisset schließlich in Courchevel wieder im Weltcup antreten und belegte Rang 13. Für einen fixen Startplatz reichte das allerdings nicht. In rund zwei Wochen muss sich Boisset bei einem internen Selektionsrennen in Zermatt beweisen. Dort werden die Chancen auf einen Aufstieg aus dem Europacup ins Weltcup-Team ermittelt.
Während Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney, Stefan Rogentin und Justin Murisier bereits gesetzt sind, müssen andere Fahrer um die verbleibenden Plätze kämpfen. Die endgültige Auswahl für Beaver Creek fällt erst bei einem Trainingsrennen kurz vor dem Weltcup-Auftakt. "Ich will meinen Platz im Weltcup zurückholen. Das ist mein Hauptziel", stellt Boisset klar.
Besonders bitter für den 28-Jährigen: Auch bei der Heim-WM in Crans-Montana ist die Konkurrenz riesig. In der Abfahrt dürfen lediglich vier Schweizer an den Start gehen.
Auf Fehler seiner Teamkollegen will Boisset dennoch nicht hoffen. "Ich will nicht den Platz eines anderen nehmen. Ich will meinen eigenen Platz zurück." Sollte er sich nicht durchsetzen, bleibt zunächst nur der Europacup. Eine Aussicht, mit der sich der Schweizer nur schwer anfreunden kann.