"Kann sich nicht ausgehen"

Ski-Weltverband FIS in Geldnot – ÖSV-Boss schlägt Alarm

Noch vor dem ersten Weltcup-Rennen sorgt die FIS für Wirbel. Die Finanzlage des Ski-Weltverbandes bereitet dem ÖSV große Sorgen.
Sport Heute
07.10.2026, 06:56
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Der Ski-Winter hat noch gar nicht begonnen, beim Weltverband FIS brennt aber bereits der Hut. Zwar ist der Verband weiterhin schuldenfrei und zahlungsfähig, die finanzielle Entwicklung der vergangenen Jahre sorgt jedoch für große Sorgen.

Zwischen 2021 und 2025 schrumpfte das Eigenkapital unter dem umstrittenen und mittlerweile abgelösten Präsidenten Johan Eliasch von 81 auf nur noch 43 Millionen Franken (46,18 Millionen Euro). Fast die Hälfte der Reserven ist damit innerhalb weniger Jahre weg.

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Beim ÖSV schrillen deshalb die Alarmglocken. Generalsekretär Jan Überall bezeichnet die Situation als "besorgniserregend". Überraschend kommen die Zahlen für den österreichischen Verband offenbar nicht. Laut Überall hatte der ÖSV bereits vor zwei Jahren vor der Entwicklung gewarnt.

ÖSV warnte schon 2024

Man habe die FIS seit 2024 "vehement schriftlich darauf hingewiesen, dass sich diese Rechnung nicht ausgehen kann". Die Warnungen seien damals allerdings nicht entsprechend berücksichtigt worden.

Nun würden die Zahlen die Probleme deutlich zeigen. "Jetzt ist es wirklich schwarz auf weiß präsentiert worden", sagt Überall. Seine Warnung fällt deutlich aus: "Die Ausgaben passten mit den Einnahmen nicht zusammen. Wenn man das so fortführen würde, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis kein Geld mehr da ist."

"Falsche Entscheidungen" bei FIS

Die Verantwortung sieht der ÖSV-Generalsekretär vor allem bei der früheren Führung. "Man muss ganz klar sagen, da sind in der Vergangenheit falsche Entscheidungen getroffen worden", analysiert Überall schonungslos.

Dazu komme eine kostspielige Struktur. "Jetzt hat man eine Struktur, die bezahlt werden muss. Das hat zu dieser Finanzlage geführt, wie sie jetzt ist." Der neue FIS-Präsident Alexander Ospelt muss sich damit gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit den finanziellen Folgen auseinandersetzen.

Zentralvermarktung macht Probleme

Ein Problem ist laut Überall auch die von Eliasch vorangetriebene Zentralvermarktung der Medienrechte. Sie sollte den Mitgliedsverbänden deutlich höhere Einnahmen bringen. Die Realität sehe allerdings anders aus. "Das ist nicht der Fall", sagt Überall über die erwartete Verdoppelung der Erlöse. "Es wirft weniger ab als gewünscht."

Für die meisten Nationen startet das neue Modell mit der kommenden Saison, beim ÖSV erst im Winter 2027/28. Gleichzeitig habe die FIS zusätzliche finanzielle Verpflichtungen übernommen. Dazu gehören laut Überall etwa Produktionskosten in verschiedenen Ländern.

"Natürlich wird es eine kleine Steigerung bedeuten. Aber es sind auch andere Themen zu berücksichtigen. Die FIS hat auch gewisse Verpflichtungen auf sich genommen, zum Beispiel Produktionsverpflichtungen in gewissen Ländern, die wieder sehr viel Geld kosten. Es ist ein sehr heikles und schwieriges Thema", so Überall.

red,07.10.2026, 06:56