In knapp drei Wochen startet in Sölden die Ski-Saison. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Sofia Goggia. Die Italienerin hat nach zwei Virusinfektionen mit starken Nachwirkungen zu kämpfen, eine Rückkehr auf die Piste war bislang nicht möglich.
Doch was ist passiert? Goggia brach im September das Trainingslager in Argentinien ab, weil sie sich unwohl fühlte. "Plötzlich traten besonders starke, intensive und ungewöhnliche Gelenkschmerzen auf, ganz anders als die üblichen Beschwerden, die ich sonst mit Entzündungshemmern behandeln kann", schilderte die 29-fache Siegerin gegenüber "Sky".
Ihre Beine seien schwach und unkoordiniert gewesen. Sie habe gezittert und keine Treppen steigen können. "Mir wurde beim Gehen klar, dass etwas nicht stimmte."
Zurück in der Heimat wurden die Blutwerte gecheckt – und brachten Gewissheit. "Man stellte fest, dass ich zuerst von einer infizierten Mücke gestochen wurde und mir das Chikungunya-Virus eingefangen hatte, und dann hatte ich mir auch noch das Parvovirus B19 eingefangen, ein seltenes Virus bei Erwachsenen, da es normalerweise nur kleine Kinder befällt, aber alle möglichen Symptome verursacht."
Das Problem laut Goggia: "Es gibt kein Heilmittel. Ich warte darauf, dass es vorübergeht. Die akute Phase habe ich definitiv überstanden, ich bin jetzt fast am Ende, aber es hinterlässt viele Nachwirkungen." Ein Wettlauf gegen die Zeit.
Goggia zählt im Ski-Weltcup zu den Topstars, vor allem im Speed-Bereich. 2018 holte sie in der Abfahrt Olympia-Gold, vier Jahre später Silber, heuer Bronze. Insgesamt eroberte sie bereits fünf kleine Kristallkugeln.