Die FIS steckt in finanziellen Turbulenzen – das ist seit wenigen Tagen offiziell. Das Eigenkapital sank im Zeitraum von 2021 bis 2025 unter Ex-Präsident Johan Eliasch um fast 50 Prozent von 81 auf 43 Millionen Franken (46 Millionen Euro).
Jan Überall, seit rund fünf Wochen als ÖSV-Generalsekretär im Amt, nahm am Dienstag bei einem Medientermin in Wien zur Thematik Stellung.
"Die Lage ist besorgniserregend. Man muss klar sagen, dass in der Vergangenheit falsche Entscheidungen getroffen wurden. Der ÖSV hat aber immer darauf hingewiesen, dass es sich nicht ausgehen kann", erklärt Überall. "Jetzt ist es schwarz auf weiß präsentiert worden."
Aber: Es besteht die Hoffnung, dass unter Neo-Boss Alexander Ospelt Besserung in Sicht ist. "Ich habe das Gefühl, dass die neue FIS-Führung das Thema sehr ernst nimmt, transparent agiert und versucht, diesen Turnaround zu schaffen", sagt Überall.
Die Frage, wie es so weit kommen konnte, beantwortet der Tiroler wie folgt: "Die Ausgaben passen mit den Einnahmen einfach nicht mehr zusammen. Würde man das so weiterführen, dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis gar kein Geld mehr da ist. Die alte FIS-Führung hat viele Entscheidungen unterschätzt."
Doch wie geht es weiter? "Es wurden Visionen vorgestellt. Eine dieser Visionen ist die jährliche Weltmeisterschaft – oder eine Adaptierung des Weltcup-Kalenders. Ganz greifbar ist es noch nicht, aber sie haben den Ernst der Lage erkannt."
Jedes Jahr um WM-Medaillen zu fahren, stieß zunächst auf breiten Widerstand. Mittlerweile kann Überall der Idee durchaus etwas abgewinnen. "Die Rahmenbedingungen müssen einfach passen. Der Weltcup-Kalender darf nicht darunter leiden, denn der ist das wichtigste Gut für uns. Wenn der leidet, sind wir dagegen. Wenn wir einen Weg und einen Kalender finden, der attraktiv ist, sind wir gesprächsbereit, dann wehren wir uns nicht dagegen."