War er unversorgt?

Schwerkranker muss 6 Stunden auf Transport warten

Ein 84-Jähriger soll nach Untersuchungen im Spital Horn stundenlang auf den Rücktransport gewartet haben. Die Betreiber weisen die Vorwürfe zurück.
Newsdesk Heute
01.02.2026, 21:12
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Der Ärger um schleppende Krankentransporte in Niederösterreich reißt nicht ab. Nach dem Verunglückten, der ewig auf einen Transport durch die Johanniter warten musste, obwohl das Rote Kreuz ihn hätte gleich mitnehmen können (aber nicht durfte), sorgt nun der Fall eines schwer kranken Pensionisten aus dem Bezirk Krems für Aufregung.

Der 84-Jährige war laut "Krone"-Bericht nach einer aufwendigen Halswirbel-Operation zur Reha in Allentsteig, als er wegen Atemproblemen und hohem Blutdruck ins Spital Horn gebracht wurde.

Gegen 14 Uhr kam er dort an, um etwa 16 Uhr waren Untersuchungen und ein Kontrollröntgen abgeschlossen. Doch dann begann laut Familie das große Warten. Erst gegen 22 Uhr (!) sei der Rücktransport in die Reha-Klinik erfolgt.

"Bist der letzte Dreck"

"Die OP im Spital Krems: Super! Die Reha in Allentsteig: Toll! Wenn du aber zur Untersuchung woanders hin gekarrt wirst, bist du offenbar der letzte Dreck", ist Tochter Susanne G. verärgert. Sie erhebt schwere Vorwürfe: Ihr Vater sei ohne Betreuung gewesen, habe weder Essen noch Wasser bekommen und dringend benötigte Medikamente seien verspätet verabreicht worden.

Besonders bitter: Nach der Operation konnte der 84-Jährige seine Arme kaum bewegen. Eine mitwartende Patientin habe ihm schließlich beim Telefonieren geholfen – und währenddessen immer wieder nach etwas zu trinken gebeten, sei aber nicht beachtet worden.

"Er hat gerufen: Hallo, Hilfe, ich brauche Wasser! Aber während des Telefonats ist keiner stehen geblieben und hat das Wasserproblem ernst genommen – ich hab's gehört! Er hat immer wieder Zwischenrufe gemacht", erzählt die Tochter. Auch Anrufe bei Rettung und Pflegepersonal seien erfolglos geblieben.

„Mein Papa musste ohne Wasser, Verpflegung und Medikamente stundenlang im Rollstuhl auf den Transport warten. Keiner fühlt sich zuständig!“
Susanne G.Tochter des Patienten

Die niederösterreichische Landesgesundheitsagentur (LGA) widerspricht entschieden. Man spreche von einer Wartezeit von rund fünf Stunden, bedaure den Vorfall, weist aber die Anschuldigungen zurück. Der Patient sei während des gesamten Aufenthalts betreut gewesen, habe ausreichend Flüssigkeit erhalten und sei auf einer Liege versorgt worden und nicht im Rollstuhl gesessen, heißt es.

Auch der für die sogenannten Sekundärtransporte zwischen Kliniken zuständige Notruf NÖ erklärt, der Rücktransport sei zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgt. Die Johanniter betonen, man arbeite gemeinsam mit LGA und Notruf NÖ an weiteren Verbesserungen. Im Waldviertel sollen inzwischen mehr Einsatzfahrzeuge verfügbar sein, ein eigener Stützpunkt für bislang unterversorgte Region sei in Planung.

Trotz allem will Susanne G. die Schuld nicht bei den Pflegekräften suchen: "Viele arbeiten hier einfach bereits am Limit. Es ist das System. Die Mitarbeiter können einfach nicht mehr", sagt sie. Gespart werde immer zuerst bei jenen, die den Patienten direkt betreuen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 01.02.2026, 21:25, 01.02.2026, 21:12
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