Große Trauer im Kärntner Kloster Wernberg! Schwester Maria Cleopha, die über Jahrzehnte das Leben der Ordensgemeinschaft mit ihrer Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit geprägt hatte, ist tot. Die beliebte Ordensfrau verstarb am Sonntag (25. Oktober) völlig unerwartet im Alter von 89 Jahren.
"Ganz plötzlich und unerwartet hat Gott am Sonntag unsere liebe Sr. Maria Cleopha zu sich gerufen", schreibt das Kloster Wernberg in einem bewegenden Nachruf auf Facebook. Die Mitschwestern erinnern sich besonders an ihr fröhliches Wesen, ihre Bescheidenheit und ihre Bereitschaft, anderen zu helfen.
Schwester Maria Cleopha wuchs auf einem kleinen Bauernhof in Oberösterreich auf. Im Jahr 1959 trat sie bei den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Wernberg ein. Zwei Jahre später, im September 1961, legte sie ihre Ordensgelübde ab.
Im Laufe ihres Lebens führte sie ihr Weg an mehrere Wirkungsstätten, darunter Bregenz, Lindau und Riedegg. Besonders am Herzen lag ihr die Arbeit mit Kindern. Ab 1972 war sie im Kindergarten des Klosters Wernberg tätig. Später arbeitete sie auch bei den Kreuzschwestern in Klagenfurt-Siebenhügel. Kinder und Eltern schätzten ihre freundliche und geduldige Art.
1994 übernahm Schwester Cleopha eine neue Aufgabe bei den Franziskanern in Villach. Dort kümmerte sie sich als Köchin um das leibliche Wohl der Gemeinschaft. Doch es war nicht nur das Essen, das in Erinnerung blieb. Ihre herzliche Gastfreundschaft machte sie zu einer besonders geschätzten Persönlichkeit.
2008 kehrte die Ordensfrau schließlich nach Wernberg zurück. Dort fand sie im Bügelzimmer eine neue Aufgabe. Mit großer Sorgfalt kümmerte sie sich um die Wäsche des Klosters. Selbst im hohen Alter packte sie noch mit an. Noch im vergangenen Jahr ging sie von der Pflegestation zum Wäschefalten, obwohl sie selbst zunehmend Unterstützung benötigte.
Auch um eine pflegebedürftige Mitschwester kümmerte sie sich mit großer Geduld. "Unsere Schwester war immer freundlich, immer bescheiden, immer bereit zur Mithilfe", erinnert sich Provinzoberin Schwester Pallotti Findenig gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Eine weitere Leidenschaft der Ordensfrau war das Singen. Schwester Cleopha hatte eine schöne Stimme, auch wenn ihr nachlassendes Gehör ihr in späteren Jahren zunehmend Schwierigkeiten bereitete.
Erst im September war im Kloster noch ihr 65. Professjubiläum gefeiert worden. Nun müssen ihre Mitschwestern Abschied nehmen.
Die Gemeinschaft der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut nimmt mit großer Dankbarkeit Abschied. "Sie wird uns sehr fehlen. In unseren Herzen und Gebeten wird sie weiterleben", heißt es im Nachruf des Klosters.
Für Donnerstag (29. Oktober) um 17.45 Uhr ist ein gemeinsames Gebet in der Klosterkirche Wernberg vorgesehen. Die Begräbnismesse findet am Freitag (30. Oktober) um 10.30 Uhr ebenfalls in der Klosterkirche statt.
Schwester Maria Cleopha hinterlässt keine großen öffentlichen Schlagzeilen, dafür aber die Erinnerung an ein Leben voller kleiner Gesten, Hilfsbereitschaft und gelebter Nächstenliebe.