Der Winter 2025/26 war zu warm, der Schnee blieb vielerorts aus - und genau das wird jetzt zum Problem. Laut WWF starten Österreichs Wälder ungewöhnlich trocken in den Frühling. Die Wasserspeicher in den Böden sind vielerorts bereits erschöpft, heißt es zum Tag des Waldes (21. März)
Für Experten ist die aktuelle Dürre ein Alarmsignal. "Die Zukunft unserer Wälder hängt davon ab, wie gut sie Wasser speichern können", sagt WWF-Expertin Karin Enzenhofer. Mehr Naturwälder, höhere Artenvielfalt und gezieltes Wassermanagement seien entscheidend, um die Wälder widerstandsfähiger zu machen.
Der WWF sieht daher akuten Handlungsbedarf und fordert eine konsequente Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes. Gleichzeitig brauche es gezielte Maßnahmen, um Wasser besser im Wald zu halten. "Waldbewirtschaftung und Wassermanagement müssen gemeinsam gedacht werden", so Enzenhofer.
Die Folgen der Trockenheit sind weitreichend: Fehlt Wasser, verlieren Wälder einen Teil ihrer Speicherfunktion. Gleichzeitig setzen hohe Temperaturen und stärkere Verdunstung den Bäumen zusätzlich zu. Ihre Abwehrkräfte sinken - und Schädlinge wie der Borkenkäfer haben leichteres Spiel.
"Ein intakter Wald ist ein zentraler Wasserspeicher", erklärt Enzenhofer. Er hält Niederschläge zurück, unterstützt die Bildung von Grundwasser und sichert langfristig unsere Wasserversorgung. Doch genau dieses System gerät zunehmend unter Druck.
Als Lösung nennt der WWF unter anderem strukturreiche Mischwälder, schonende Bewirtschaftung und das Wiederherstellen von Feuchtflächen. Auch Moore und Torfgebiete sollen besser geschützt und renaturiert werden - sie speichern Wasser und binden große Mengen Kohlenstoff.
Auch die Politik ist gefordert. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont zum Tag des Waldes die Bedeutung der heimischen Forste: "Unsere Wälder sind wertvolle Schätze. Durch eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung können wir die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile unserer Wälder verantwortungsvoll nutzen".