Großer Fahrerwechsel in der Formel 1! Beim ersten Freien Training zum Großen Preis von Sao Paulo müssen am Freitag gleich sechs Stammfahrer ihre Cockpits räumen. Stattdessen dürfen sechs Nachwuchstalente in Interlagos ihr Können unter Beweis stellen. Ein siebenter Rookie darf sogar das gesamte Rennwochenende bestreiten.
Besonders prominent ist der Wechsel bei Ferrari. Charles Leclerc überlässt seinen Boliden Dino Beganovic. Der Monegasse reist später nach Brasilien, weil seine Ehefrau Alexandra am Dienstag die erste gemeinsame Tochter Bianca zur Welt gebracht hat.
Auch McLaren, Williams, Audi, Alpine und Cadillac setzen im Auftakttraining auf Nachwuchsfahrer. Leonardo Fornaroli übernimmt das Cockpit von Oscar Piastri, Luke Browning ersetzt Carlos Sainz. Bei Audi muss Nico Hülkenberg für Freddie Slater Platz machen, bei Alpine springt Gabriele Minì für Pierre Gasly ein. Cadillac-Pilot Sergio Perez wird von Colton Herta vertreten.
Für Herta steht dabei besonders viel auf dem Spiel. Der US-Amerikaner benötigt noch einen Punkt für seine Formel-1-Superlizenz. Absolviert er im Training mindestens 24 Runden, könnte er die entscheidende Voraussetzung erfüllen. Es wäre bereits sein sechster FP1-Einsatz in dieser Saison.
Der Hintergrund für die Einsätze der Freitags-Fahrer ist eine Formel-1-Regel. Diese schreibt vor, dass jeder Pilot seinen Boliden an zwei Freitagen einem Rookie überlassen muss.
Eine Sonderrolle nimmt Rafael Camara ein. Der Brasilianer ersetzt bei Haas den nach einem Streit mit dem Team aussortierten Esteban Ocon. Weil dessen bisheriger Ersatzmann Ryo Hirakawa beim Saisonfinale der Langstrecken-WM im Einsatz ist, kommt Camara früher als geplant zu seinem Formel-1-Debüt. Der Nachwuchspilot war ursprünglich erst für 2027 als Stammfahrer vorgesehen und sollte eigentlich bei Ferrari das Freitagstraining absolvieren.
Anders als die sechs übrigen Talente darf Camara nicht nur am Freitagvormittag fahren. Der Brasilianer wird bei seinem Heim-Grand-Prix das gesamte Wochenende für Haas bestreiten – inklusive Qualifying und Rennen. Damit stehen im ersten Training insgesamt sieben Nachwuchsfahrer auf der Strecke, während sechs reguläre Piloten einmalig zuschauen müssen.