Als Antonia 13 Jahre alt war, erkrankte ihre Mutter an Brustkrebs. "Ich habe damals mitgelitten", erzählt die heute 26-jährige Schweizerin gegenüber "20 Minuten". Später erfuhr die Familie, dass ihre Mutter eine BRCA1-Mutation trägt. Auch Antonia könnte die Genveränderung geerbt haben. Lange wollte sie sich nicht testen lassen.
Nach der Geburt ihres zweiten Kindes entschied sie sich dennoch für den Gentest. Im November 2025 gab sie eine Blutprobe ab. Das Ergebnis war positiv. Die Nachricht traf sie hart: "Ich habe nur noch heulend im Bett gelegen."
Eine BRCA1-Mutation erhöht das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs. Laut Krebsliga Schweiz liegt das lebenslange Brustkrebsrisiko bei Frauen mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation bei 60 bis 80 Prozent. Ein erhöhtes Risiko bedeutet allerdings nicht, dass eine Erkrankung sicher eintritt.
Antonia entschied sich mit 25 Jahren für eine vorbeugende Entfernung beider Brüste, eine sogenannte Mastektomie. Anschließend wurden ihre Brüste mit körpereigenem Gewebe wieder aufgebaut. Die lange Operation war für sie körperlich belastend. Ihr Mann unterstützte ihre Entscheidung.
Eine beidseitige Mastektomie kann das Brustkrebsrisiko stark senken, aber nicht vollständig beseitigen. Für Antonia hat sich seit dem Eingriff vor allem ihr Alltag verändert: "Ich bin einfach beruhigter und habe Seelenfrieden."
Auch an ihre Kinder denkt sie. Sie weiß, dass sie die Mutation an sie weitergegeben haben könnte, und fürchtet sich vor dem Gespräch darüber.
Frauen mit Krebsfällen in der Familie möchte sie ermutigen, sich über genetische Abklärungen zu informieren. Ob ein Test oder eine vorbeugende Operation infrage kommt, hängt vom persönlichen Risiko und einer fachlichen Beratung ab.