Brolys Stimme gehört für "Dragon Ball"-Fans seit Jahrzehnten zu den bekanntesten des Franchise. Im japanischen Original wird der mächtige Saiyajin von Synchronsprecher Bin Shimada gesprochen.
Doch mittlerweile tauchen im Netz Aufnahmen auf, in denen eine Stimme, die Broly täuschend ähnlich klingt, plötzlich bekannte Songs singt.
Das Problem: Shimada selbst hat damit nichts zu tun.
Gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press spricht der 71-Jährige nun über den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz.
"Egal wie man es betrachtet, das ist völlig daneben", reagiert Shimada auf entsprechende Videos. Die Aufnahmen seien für ihn äußerst unangenehm.
Dabei geht es längst nicht nur um "Dragon Ball". Japanische Synchronsprecher kämpfen zunehmend damit, dass ihre charakteristischen Stimmen durch KI nachgebildet und anschließend ohne Zustimmung für Videos oder Songs verwendet werden.
Besonders brisant wird es, wenn mit solchen Inhalten auch noch Geld verdient wird.
Shimada und weitere erfahrene Synchronsprecher fordern deshalb einen stärkeren rechtlichen Schutz ihrer Stimmen.
Das japanische Justizministerium stellte im August klar, dass auch eine Stimme unter bestimmten Umständen durch bestehende Persönlichkeits- und Vermarktungsrechte geschützt werden kann. Wer etwa die Stimme eines bekannten Sprechers per KI kopiert, damit einen Song erstellt und anschließend Geld verdient, könnte dessen Rechte verletzen.
Für die Anime-Branche könnte ausgerechnet diese Woche entscheidend werden.
Am 30. September wird in Tokio ein Urteil im Fall von "Jujutsu Kaisen"-Sprecher Kenjiro Tsuda erwartet. Er geht gegen TikTok vor, nachdem dort 188 Videos mit einer Stimme aufgetaucht sein sollen, die seiner eigenen stark ähnelt. Der Betreiber bestreitet, dass tatsächlich Tsudas Stimme kopiert wurde.
Das Urteil könnte damit weit über diesen einzelnen Fall hinaus Bedeutung bekommen.