Steinschlag am Laila Peak

Seil-Partnerin nannte neue Details zu Dahlmeier-Tod

Die deutsche Biathlon-Legende Laura Dahlmeier kam bei einem Steinschlag am Laila Peak ums Leben. Ihre Kletterpartnerin schildert nun, was passierte.
17.10.2025, 11:42
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Marina Krauss, die gemeinsame Kletterpartnerin der verstorbenen deutschen Biathletin Laura Dahlmeier, schilderte der Familie der Verstorbenen ausführlich die Ereignisse beim Abstieg vom Laila Peak im Norden Pakistans. Auf Grundlage dieser Schilderungen beschreibt "Der Spiegel" nun die Tragödie und nennt neue Details zu dem Unglück.

Dahlmeier und Krauss waren am frühen Morgen des 28. Juli bei Dunkelheit in Richtung Gipfel aufgebrochen. Während des Aufstiegs stiegen die Temperaturen in der Höhe plötzlich deutlich an. Der Schnee wurde weich und verlor seine Bindung zum Fels, wodurch sowohl Schneerutsche als auch Steinschläge ausgelöst werden können.

Laura Dahlmeier: Tod in Pakistan

Wie "Der Spiegel" berichtet, erkannten die beiden Frauen die Gefahr und entschieden sich deshalb, sofort mit dem Abstieg zu beginnen. Zunächst seilte sich Krauss ab. Als sie ihren Standplatz erreicht hatte, folgte Dahlmeier. In diesem Moment lösten sich über ihr an einem Felsgürtel große Gesteinsbrocken. Einer davon traf die ehemalige Biathletin am Kopf.

Krauss befand sich demnach schräg rechts unterhalb von Dahlmeier an einem Standplatz in der Wand und war damit nicht direkt der Steinschlagzone ausgesetzt. Ihre Seilpartnerin hingegen hing rund 15 Meter oberhalb reglos im Seil.

Krauss soll mehrfach nach Dahlmeier gerufen, aber keine Antwort erhalten haben. Daraufhin kletterte sie zu ihr hinauf und stellte fest, dass Dahlmeiers Helm zerstört und sie schwer am Kopf verletzt war. Krauss versuchte mehrfach, die 31-Jährige weiter abzuseilen, musste jedoch abbrechen, da von oben erneut Steine herabfielen und sie selbst in akute Lebensgefahr geriet.

Notruf abgesetzt

Aus Dahlmeiers Rucksack nahm sie einen kleinen Satellitensender (inReach), verließ die Gefahrenzone und löste einen Notruf aus. An einer zweiten Abseilstelle hatten die beiden zuvor eine Eissanduhr als Sicherungspunkt gebaut – vermutlich mit schräg angesetzten Eisschrauben, durch die das Seil geführt wurde.

Ein "inReach" ist ein satellitengestützter GPS-Messenger, etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel. Damit können Bergsteiger auch ohne Mobilfunknetz Nachrichten senden. Die Notrufe werden in einer US-Leitzentrale empfangen, wo Mitarbeitende erste Rettungsmaßnahmen einleiten und Angehörige informieren.

Dahlmeiers Leiche unauffindbar

Wie ihr Management mitteilte, hatte Dahlmeier verfügt, dass ihr Körper nicht geborgen werden solle, falls dabei das Leben von Helfern in Gefahr geraten könnte. Ob zu einem späteren Zeitpunkt dennoch ein Bergungsversuch unternommen würde, blieb zunächst offen.

Schließlich entschied sich die Familie doch, einen Versuch zu wagen. "Wir wussten, dass sie sich an einer Stelle befand, an der andere Expeditionen vorbeikommen könnten. Wir wollten nicht, dass vielleicht Fotos von ihr gemacht werden. Deshalb wollten wir, dass sie geholt wird, wenn die Verhältnisse es zulassen", erklärte Vater Andreas Dahlmeier.

Unmittelbar nach dem Unglück war eine Bergung jedoch zu riskant. Im September unternahm der bayerische Spitzenkletterer Thomas Huber auf Wunsch der Familie einen weiteren Versuch am Laila Peak. "Als Thomas noch einmal an den Laila Peak ging, war sie nicht mehr auffindbar. Somit bleibt Laura am Berg zurück. Es besteht keine Chance, sie noch zu bergen", meinte ihr Vater nun. "Wir hätten Laura gern nach Hause gebracht. Aber es war nicht möglich, sie zu holen", sagte er weiter.

Nach Hubers Einschätzung dürfte der Körper von Dahlmeier inzwischen in eine Gletscherspalte gestürzt und von herabfallenden Gesteinsmassen begraben worden sein.

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