Sogar Teilzeit geht nicht

Seit fünf Jahren krank – "Musste Herzensjob aufgeben"

Erschöpfung ist eine Untertreibung für das, was Herr K. seit fünf Jahren erlebt. Wegen des Fatigue-Syndroms kann er alltägliche Dinge nicht mehr tun.
Österreich Heute
14.02.2026, 08:30
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Zähneputzen, frühstücken, duschen – für Michael K. sind das keine Alltagsroutinen mehr, sondern beinahe unüberwindbare Hürden. Seit 2021 ist der Tullner schwer krank: Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS) hat sein Leben lahmgelegt. Ausgelöst wurde die Erkrankung nach seiner Covid-Impfung sagt er. Arbeiten geht für ihn längst nicht mehr – die Erschöpfung ist allgegenwärtig.

"Kann kaum noch duschen"

"Ich war Krankenpfleger in der Klinik Ottakring – das war mein Herzensberuf", erzählt der heute 42-Jährige traurig. Doch die Krankheit ließ ihm keine Wahl: Michael K. musste den körperlich fordernden Job aufgeben. Das Fatigue Syndrom ist eine Mulsisystemerkrankung, äußert sich durch extreme Erschöpfung und Belastungsintoleranz. Die heftigen Symptome haben zur Folge, dass selbst eine 20-Stunden-Stelle in einer Ordination nicht länger als ein Jahr durchhaltbar war. "Es ging einfach nicht mehr", sagt der Betroffene.

Typisch für das Chronische Fatigue-Syndrom: selbst kleinste Alltagsaufgaben werden zur extremen Qual. "Ich bin ständig müde, meine Beine fühlen sich an wie Blei", schildert der Niederösterreicher. Auch seine Hobbys musste er aufgeben: Fußball spielen, Wandern – all das ist Vergangenheit. Die Kraft reicht nicht mehr.

Therapie um 15.000 Euro

"Nach einem Ärztemarathon bei Wahlärzten und mehreren Heilungsversuchen, die allesamt nichts gebracht haben, werde ich mich nun mit meinem Beschwerdebild an Deutschland wenden", erzählt er. Die Therapie, die der Niederösterreicher nun machen möchte, ist teuer und wird in Österreich nicht durchgeführt.

"In Deutschland hatte ich Kontakt mit einem Professor, er führt eine Blutwäsche durch", schildert Michael K. Zwischen 8.000 und 15.000 Euro kostet die Behandlung – für den 42-Jährigen kaum leistbar, wurde doch gerade sein Krankengeld von der ÖGK eingestellt. Wie er sich das leisten soll, weiß Herr K. nicht, andere Heilungsmethoden sieht er derzeit keine. Eine Go-fund-me-Kampagne soll nun helfen, etwas Geld aufzutreiben.

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