Pape Thiaw steht nach turbulenten Monaten weiter an der Spitze Senegals. Der frühere Assistent rückte Ende 2024 zum Cheftrainer auf und überstand sogar die Folgen des Skandal-Finales beim Afrika-Cup. Im Mittelpunkt steht einmal mehr Sadio Mané, der mit 34 Jahren noch immer das Gesicht des senegalesischen Fußballs ist.
Pape Thiaw (45) stieg im Dezember 2024 vom Assistenten zum Chef der "Löwen der Teranga" auf. Beim Skandal-Finale um den Afrika-Cup im Januar 2026 spielte er eine zentrale Rolle, als er seine Mannschaft nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in die Kabine holte - eine Entscheidung, die zwei Monate später zur Aberkennung des Titels führte. Der in Dakar geborene Thiaw, der als Spieler unter anderem im Spanien, Frankreich, Russland und der Schweiz aktiv war, durfte dennoch bleiben.
Sadio Mane gewann mit dem FC Liverpool die Champions League, mit Bayern München die deutsche Meisterschaft, wurde zweimal Afrikas Fußballer des Jahres und ist mit großem Abstand Rekordtorschütze seines Landes. Jetzt, mit 34 Jahren, wartet seine zweite WM auf Mane - 2018 war er Kapitän, 2022 fehlte er verletzt. Seine Führungsqualitäten bewies er beim skandalösen Afrika-Cup-Finale im Januar: Es war Mane, der seine Mitspieler zur Rückkehr auf den Rasen bewog. "Ich hätte lieber verloren, als ein Spiel so zu beenden", sagte er später.
Der WM-Auftakt gegen Frankreich am 16. Juni in East Rutherford hat es gleich in sich. Bis 1960 war Senegal französische Kolonie, im Fußball kam es bei der WM 2002 zum bislang einzigen, äußerst denkwürdigen Aufeinandertreffen beider Länder. Senegal bezwang bei seiner WM- Premiere den Titelverteidiger mit 1:0, der 2020 verstorbene Torschütze Papa Bouba Diop wurde zum Volkshelden. Während die Franzosen in Südkorea ohne Torerfolg blieben und schon nach der Gruppenphase abreisen mussten, stürmte Senegal bis ins Viertelfinale, wo gegen die Türkei nach einem Golden Goal in der 94. Minute Endstation war.