Jünger war keiner. Julian Nagelsmann, jüngster Chefcoach der Bundesliga-Geschichte, wird am 14. Juni gegen Curacao in Houston auch der jüngste deutsche Bundestrainer, der bei einer WM auf der Bank saß. Doch die Euphorie um den 38-Jährigen ist längst verflogen. Verstand er es bei der Heim-EM 2024 noch, die Nation hinter sich und seiner Elf zu vereinen, häuft sich seither die Kritik. Seinen "Kindheitstraum" WM geht er dennoch mit "extremer Vorfreude" an. Das Ziel? Der Titel, klar.
Für Nagelsmann ist Florian Wirtz schon jetzt: "ein Weltfußballer". Sportdirektor Rudi Völler nennt den 23-Jährigen den "Ausnahmefußballer mit dem Zauber-Füßchen", Mitspieler Pascal Groß schwärmt: "Flo küsst den Ball". Doch sein erstes Jahr in Liverpool hatte neben vereinzelten Glanzpunkten viel Schatten. Seine Entwicklung in der härtesten Liga der Welt sei jedoch "unübersehbar", sagt Reds-Coach Arne Slot über den "Weltklassespieler", der selbst an den großen Wurf glaubt: "Wir sind eine große Nation, die sich vor keinem klein machen muss."
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Die DFB-Elf hat sportlich noch nie eine WM verpasst, das gilt sonst nur für Rekordweltmeister Brasilien. Doch das letzte K.o.-Spiel bei der Endrunde liegt inzwischen zwölf Jahre zurück, 2018 und 2022 scheiterte der viermalige Champion schmählich in der Vorrunde. Dabei bestritt die Nation des WM-Rekordtorjägers Miroslav Klose (16 Treffer) die meisten K.o.-Spiele (51/36 Siege), war am häufigsten unter den Top acht (17-mal bei 20 Teilnahmen), den Top vier (13-mal) und im Finale (achtmal). Kurios: Deutschland schaltete auch am häufigsten Gastgeber aus - Spanien 1982, Mexiko 1986, Südkorea 2002 und Brasilien 2014.