Nach einer spektakulären Rolle rückwärts steht wieder Erfolgstrainer Dick Advocaat an der Seitenlinie. Der erfahrene Niederländer, der Deutschlands Auftaktgegner erst zur historischen WM-Teilnahme geführt hatte, dann aber zurückgetreten war, um sich um seine schwer erkrankte Tochter zu kümmern, löste im Mai nach internen Querelen seinen Nachfolger Fred Rutten wieder ab. Mit seinen 78 Jahren wird der frühere Gladbach-Coach Advocaat, dessen Tochter es dem Vernehmen nach wieder besser geht, zum ältesten Trainer bei einer Weltmeisterschaft - bislang war dies Otto Rehhagel im Alter von 72 Jahren bei der WM 2010.
Der bekannteste Name im Kader ist Leandro Bacuna. Der in Groningen geborene und ausgebildete Mittelfeldspieler lief jahrelang in Großbritannien für Aston Villa, Cardiff City und Reading auf und sammelte in dieser Zeit auch Erfahrungen in der Premier League. Als Kapitän Curacaos ist Bacuna emotionaler Leader der Mannschaft. Neben seiner Erfahrung von 68 Länderspielen bringt der 34-Jährige vor allem körperliche Präsenz und Führungsqualität mit – Eigenschaften, die für Curacao auf WM-Niveau enorm wichtig werden.
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Curacaos Fußballprojekt basiert stark auf Spielern mit niederländisch-karibischen Wurzeln. Viele Profis wurden in den Niederlanden ausgebildet und entschieden sich später für das Nationalteam der Insel. Dadurch verfügt der Außenseiter über überraschend viel europäische Erfahrung. Zumal Schätzungen zufolge mehrere Hunderttausend Menschen mit Wurzeln in Curacao in den Niederlanden leben. Curacao, das politisch wie auch St. Maarten und Aruba zum Königreich der Niederlande gehört und mit einem Kader-Marktwert von unter 30 Millionen Euro meilenweit hinter den Zahlen anderer WM-Teilnehmer hinterherhinkt, ist zudem das kleinste WM-Teilnehmerland der Geschichte.