Die DFB-Elf steht schon früh unter Druck. Wie bereits bei der WM vor vier Jahren droht das Aus in der Gruppenphase. Denn gegen Außenseiter Japan legte Deutschland einen echten Bauchfleck hin, gab eine 1:0-Führung aus der Hand und verlor mit 1:2. Deshalb muss am Sonntag gegen Spanien bereits zumindest ein Punkt her, sonst ist der Traum vom Achtelfinale so gut wie geplatzt.
Im deutschen Team liegen früh im Turnier die Nerven blank. Das zeigte nicht nur das Knallhart-Interview von Ilkay Gündogan nach der bitteren Auftakt-Pleite, sondern auch der Umstand, dass sich die 26 Spieler und Coach Hansi Flick am Freitag zu einer Krisensitzung zusammensetzten. "Jeder weiß, was nach dem Meeting Sache ist", unterstrich Deutschlands Chelsea-Legionär Kai Havertz nach der offenbar intensiv geführten Aussprache im Team. "Es ist Zeit geworden, dass wir miteinander sprechen und uns die Wahrheit sagen. Man geht sich auch mal an", schilderte Havertz.
Gleichzeitig nahm der 23-Jährige, der im Auftaktspiel noch Deutschlands Solospitze bildete, Coach Flick aus der Schusslinie. Dem Ex-Bayern-Trainer wurde zuletzt in deutschen Medien unterstellt, zu nett zu den Spielern zu sein. "Das Letzte, was man dem Trainer vorwerfen kann, ist, dass er nicht klar mit uns redet", nahm Havertz den 57-Jährigen in Schutz.
"Wir alle sind mit dem Gefühl aus dem Sitzungsraum gegangen, dass wir das Spiel gegen Spanien gewinnen", zeigte sich Julian Brandt, der gegen Japan nur Ersatz war, besonders zuversichtlich. "Das Spiel am Sonntag kann ein Wendepunkt sein", ergänzte Havertz. Auch wenn sich Spanien mit einer 7:0-Gala gegen Costa Rica bereits für das Spiel warmschoss.