Die Zahl der Gewaltdelikte ist in Wien laut Statistik leicht im Ansteigen, auch die Jugendkriminalität nimmt zu. Nun schlägt die FPÖ Alarm. Bei einem Termin am Mittwoch (22.4.) zeichneten Sicherheitssprecher Stefan Berger und AUF-Polizei-Chef Reinhold Maier ein düsteres Bild der aktuellen Lage.
Auslöser ist unter anderem ein besonders schockierender Fall: Ein sechsjähriges Mädchen wurde von einem Mann in eine Wohnung gelockt und vergewaltigt, wir berichteten. Für Berger ist das kein Einzelfall: "Die aktuellen Fälle sind ein erschütterndes Symptom einer völlig außer Kontrolle geratenen Sicherheitslage".
Er sieht eine klare Entwicklung: "Wenn wir solche Taten in unserer Stadt erleben, dann kann niemand mehr ernsthaft behaupten, Wien sei noch die sichere Stadt, als die sie jahrelang verkauft wurde". Neben diesem Fall verweist er auf weitere Straftaten – von sexuellen Übergriffen in Öffis über brutale Raubüberfälle bis hin zu Jugendbanden, die Garagen verwüsten. "Das ergibt ein klares Gesamtbild: Wien rutscht in einen Sicherheitsnotstand."
Besonders stark sei die Jugendkriminalität gestiegen – sie habe sich seit 2021 mehr als verdoppelt. Auch bei bestimmten Tätergruppen gebe es deutliche Zuwächse, etwa einen Anstieg von rund 25 Prozent bei syrischen Tatverdächtigen innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig eskaliere die Gewalt: "Rund 1.000 Messerattacken pro Jahr bedeuten zwei bis drei Angriffe täglich – also etwa alle acht Stunden", so Berger.
Die Folgen seien laut FPÖ bereits in vielen Grätzeln sichtbar – etwa am Yppenplatz, Keplerplatz oder rund um das Suchtzentrum Jedmayer. "Während die Menschen diese Entwicklung tagtäglich erleben, reagiert die Politik mit Ankündigungen und Inszenierungen statt mit echten Maßnahmen", kritisiert Berger Bürgermeister Ludwig und Innenminister Karner.
Für die angespannte Lage macht Maier vor allem Personalmangel verantwortlich. Laut einer parlamentarischen Anfrage habe Wien im Jahr 2025 um 390 Polizisten weniger zur Verfügung gehabt. Gleichzeitig hätten 412 Beamte freiwillig den Dienst verlassen, 44 seien in andere Bundesländer versetzt worden, weitere Kräfte ins Ministerium abgezogen. "Diese Kräfte fehlen tagtäglich auf Wiens Straßen", so Maier.
Scharfe Kritik gibt es auch an Innenminister Karner: "Von einem Personalzuwachs zu sprechen, ist ein bewusstes Täuschungsmanöver. Es werden nur Neuaufnahmen den Pensionierungen gegenübergestellt, während Kündigungen, Versetzungen und interne Abzüge einfach ausgeblendet werden."
Auch bei den Neuaufnahmen sieht die FPÖ Probleme: Statt geplanter 2.500 wurden 2025 bundesweit nur 1.422 umgesetzt, in Wien 775. Gleichzeitig seien Streifen reduziert und Inspektionen eingeschränkt geöffnet worden. "Das ist ein sicherheitspolitischer Blindflug auf Kosten der Bevölkerung und der Polizisten", warnt Maier. Für Berger ist die Lage klar: "Weniger Polizisten treffen auf mehr Kriminalität – das ist die Realität in Wien."