Bei Besprechung diskriminiert

"Sie sind eine Frau" – Managerin musste Kaffee kochen

Eine Managerin aus Italien musste bei einer Besprechung Kaffee kochen und wurde während der Schwangerschaft entlassen - sie zog vor Gericht.
André Wilding
20.03.2026, 21:53
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Ein aufsehenerregender Fall aus Norditalien sorgt aktuell für mächtig Wirbel – und auch für Schlagzeilen: Eine Managerin eines internationalen Familienunternehmens zog vor Gericht - und bekam nun recht.

Die Frau war 2024 während ihrer Schwangerschaft gekündigt worden. Zuvor hatte sie sich über ihren Vorgesetzten beschwert und schwere Vorwürfe erhoben. Vor Gericht schilderte sie eine Reihe von Vorfällen, die sie als diskriminierend empfand.

So soll ihr Chef laut der italienischen Tageszeitung "Il Gazzettino" im Beisein mehrerer Kollegen gesagt haben: "Du verdienst den Posten einer Leitung nicht und auch die Position als Group Sales Manager. Ich bräuchte einen Mann und zwar einen mit Erfahrung."

In Meetings bloßgestellt

Auch in Meetings sei sie bloßgestellt worden. Einmal habe ihr Vorgesetzter vor allen anderen verlangt, dass sie Kaffee für das gesamte Team kochen solle - mit der Begründung, dass "sie eine Frau sei". In weiterer Folge sei sie zunehmend aus ihrem Arbeitsbereich gedrängt und von Besprechungen ausgeschlossen worden.

Im Juli 2024 kam schließlich die Kündigung. Bereits einen Monat davor war gegen die Managerin eine Disziplinarmaßnahme verhängt worden, weil sie die Firmenkreditkarte für private Ausgaben in Höhe von 5.600 Euro genutzt hatte. Laut ihren Angaben sei das im Unternehmen jedoch üblich gewesen.

6.000 Euro Gehalt pro Monat

Das Gericht folgte nun ihrer Darstellung. Die Richterin erklärte die Kündigung für unwirksam und ordnete die sofortige Wiedereinstellung an.

Zusätzlich erhält die Frau rückwirkend 6.000 Euro Gehalt pro Monat für die Zeit ihrer Kündigung. Darüber hinaus wurden ihr 50.000 Euro aus einer Strafzahlung sowie weitere 1.725 Euro für Anwaltskosten und erlittenen Stress zugesprochen.

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