Nach 20 Jahren in Firma

"Zulage nur für Männer" – Frau aus OÖ klagt Firma

20 Jahre arbeitete eine Oberösterreicherin im Betrieb, bekam aber nie eine Führungszulage – ihr männlicher Nachfolger schon.
Oberösterreich Heute
13.02.2026, 10:07
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Zwei Jahrzehnte war die Frau im selben Unternehmen beschäftigt, zuletzt in einer Führungsposition. Als sie in Altersteilzeit gehen wollte, traf sie sich mit ihrem Nachfolger. Dabei fiel ein Satz, der sie fassungslos machte: Er fragte sie, ob sie die Höhe der Zulage für diese Führungsfunktion für gerechtfertigt halte.

Das Problem: Sie selbst hatte nie eine solche Zulage erhalten. Und das, obwohl sie diese beim Arbeitgeber mehrmals eingefordert hatte. Ihr männlicher Nachfolger hingegen schon. Die "Kleine Zeitung" berichtete jetzt über diesen Fall.

Die Frau wandte sich an die Arbeiterkammer und wollte einen Vergleich mit dem Unternehmen erreichen – ohne Erfolg. Auch die Gleichbehandlungsanwaltschaft versuchte zu vermitteln, ebenfalls vergeblich. Sogar nachdem die Gleichbehandlungskommission eine klare Diskriminierung feststellte, lenkte der Betrieb nicht ein.

Am Ende blieb nur der Gang vor das Arbeits- und Sozialgericht. Dort bekam die Oberösterreicherin recht. Das Unternehmen musste 7.000 Euro Schadenersatz zahlen.

Solche Fälle seien keine Einzelfälle, berichten die Gleichbehandlungsanwaltschaften in Kärnten und der Steiermark. Was gemeldet werde, sei nur die Spitze des Eisbergs. Sichtbar wird das Problem jedes Jahr am Equal Pay Day. Heuer fällt er österreichweit auf den 11. Februar. In Kärnten arbeiten Frauen rechnerisch bis 15. Februar gratis, in der Steiermark sogar bis 23. Februar, wenn man Vollzeit und vergleichbare Arbeit heranzieht.

Zulagen wirken sich auf Pension aus

Brisant: Zulagen und Prämien wirken sich auch auf die Pension aus. Wer sie nicht bekommt, erhält später trotz gleicher Leistung weniger Geld. Betroffene werden damit doppelt benachteiligt.

Für die Oberösterreicherin dauerte der Weg vom ersten Beratungsgespräch bis zur Auszahlung des Schadenersatzes dreieinhalb Jahre. Eine enorme Belastung. Oft fehle es in den Betrieben zudem an Rückhalt durch Arbeitgeber und Kollegen. Wer Diskriminierung anspricht, werde schnell selbst zum Problem.

Abhilfe soll die neue EU-Richtlinie zur Lohntransparenz schaffen. Sie muss bis 7. Juni umgesetzt werden. Größere Arbeitgeber müssen künftig Entgeltberichte vorlegen.

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