Bisher war um 21 Uhr Schluss mit dampfenden Häferln, Bratwürsteln und Raclettebrot. Wie die Stadt überraschend bekanntgegeben hat, soll sich das mit der nächsten Wintersaison ändern: Dann dürfen die Kojen eine Stunde länger – bis 22 Uhr – aufsperren.
"Damit komme ich einem langjährigen Wunsch der Marktbeschicker – insbesondere aus der Gastronomie – nach", so der zuständige Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) über seine Beweggründe. Betroffen von der Reform sind die beiden städtischen Veranstaltungen, also der Christkindlmarkt am Hauptplatz und der Weihnachtsmarkt am Volksgarten.
Hintergrund der Ausweitung ist eine grundsätzliche Diskussion über die Öffnungszeiten der Linzer Märkte. Zuletzt wurden Stimmen laut, das Aufsperren am Südbahnhofmarkt – er beherbergt sowohl Lebensmittel- und Gastronomie- als auch Gewerbebetriebe – flexibler zu gestalten.
Jetzt kündigt Hajart an: Bei den Gastro-Kojen ist eine Flexibilisierung geplant. Bei den Gesprächen mit Beschickern und Kunden seien auch viele, sehr gute Vorschläge zur Verbesserung des Marktes vorgebracht worden. Diese sollen nun gemeinsam weiterverfolgt werden.
Was der Stadt im Magen liegt: Auf den Weihnachtsmärkten und auch am Urfahranermarkt sind die Kosten für Infrastruktur, Sicherheit, Reinigung und Entsorgung überproportional gestiegen. Daher kündigt der Vizebürgermeister "vertretbare Anpassungen" der Standgebühren an.
Auf "Heute"-Nachfrage präzisiert er: Man werde auf die Einnahmensituation der jeweiligen Betreiber Rücksicht nehmen. Es starten Gespräche, in die alle Beteiligten eingebunden sind.
Die "große Marktreform", so Hajart, soll Anfang des kommenden Monats der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Beschluss der Gesetzesnovelle im Gemeinderat ist für 19. März geplant.
Die Linzer FPÖ begrüßt grundsätzlich die geplanten Änderungen. Sie pochen u.a. auf Planungssicherheit für die Beschicker und kündigen eine "genaue Prüfung" im Stadtparlament an.