Heftige Kritik an Preisen

"Täuschung der Kunden" – Trick im Supermarkt enthüllt

Vieles teurer – und jetzt auch noch das: An Supermarktkassen wird immer wieder mehr verrechnet, als am Regal steht. Die Kritik daran ist heftig.
Oberösterreich Heute
31.12.2025, 16:08
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O du Fröhliche? Erhebungen der Preisaufsicht in Oberösterreich belegen: Wesentliche Zutaten für süße Weihnachtsköstlichkeiten sind seit 2019 deutlich teurer geworden.

Der Langzeitvergleich zeigt: Manche Produkte kosten heute fast das Doppelte wie noch vor sechs Jahren. Beispiel Butter: Damals war ein 250-Gramm-Packerl schon um 1,49 Euro zu haben. Heute muss man im Extremfall 2,99 Euro zahlen – die "Keksflation" ist also längst im Gange.

Jetzt die nächste Hiobsbotschaft aus dem Lebensmittelhandel im Bundesland: Das Konsumentenschutz-Ressort hat im September und Oktober die Auszeichnung von Preisen und Rabatten schwerpunktmäßig kontrolliert. Bei mehr als einem Drittel der untersuchten Betriebe – 52 von 144 – wurden Auffälligkeiten festgestellt. Am häufigsten betroffen: große Ketten.

Die Prüfer beanstandeten vor allem Fälle, in denen beim Bezahlen mehr verlangt wird, als am Regal ausgezeichnet ist. Dazu kommen Fehler bei Mengen- und Grundpreisen, vor allem bei Aktionsartikeln und Rabattierungen.

Eine häufige Ursache: die hohe Taktung von Preis- und Angebotsänderungen. Dadurch werden die Angaben nicht rechtzeitig aktualisiert.

Leidige Shrinkflation

Die leidige Shrinkflation (weniger Inhalt bei gleichem Preis bzw. gleicher Verpackungsgröße; Anm.) war ebenfalls ein Thema: Bei einer 90-Gramm-Tafel Schokolade eines Markenherstellers war am Regal ein Grundpreis bezogen auf 100 Gramm zu 1,99 Euro angeführt. An der Kassa wurde aber das geringere Gewicht zu diesen Kosten abgerechnet.

Bei einem Fruchtgummi-Produkt mit Kirschgeschmack (175 Gramm) war eine Aktion für 200 Gramm – ab 3 Packungen je 99 Cent – ausgewiesen. Beim Bezahlen wurden jedoch Sackerl zu je 175 Gramm um diesen Preis verrechnet.

Wenn günstigere Regalpreise oder Rabatte nicht an der Kassa ankommen, "ist das Täuschung der Konsumenten", lässt der zuständige Landesrat Stefan Kaineder kein gutes Haar an den Methoden. Er weist darauf hin, dass die Aufsicht unangemeldet, aber offen gegenüber der jeweiligen Filialleitung prüft.

Tipps für Kunden:

  • Kassabon prüfen und bei Abweichungen sofort reklamieren
  • Grundpreis vergleichen – besonders bei Aktionsware
  • Auffälligkeiten an die Oö. Preisaufsicht melden

Die Bilanz des Landes: Von 2021 bis 2025 wurden in allen Branchen – von Apotheken über Gastgewerbe bis zu Tankstellen – bei 9.650 Betrieben Kontrollen durchgeführt. Das Ergebnis: 976 Auffälligkeiten. Das ergibt eine Beanstandungsquote von 10,11 Prozent.

{title && {title} } red, {title && {title} } 31.12.2025, 16:08
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