44 Mio. Dollar Schmiergeld

Skandal-Banker stirbt bei Motorrad-Crash in Österreich

Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky (68) ist bei einem Motorradunfall in Niederösterreich ums Leben gekommen.
16.10.2026, 08:17
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Ein tödlicher Motorradunfall in Niederösterreich hat ein prominentes Opfer gefordert: Gerhard Gribkowsky, einst einer der einflussreichsten Banker Deutschlands und zentrale Figur in einem millionenschweren Formel-1-Korruptionsskandal, ist tot. Der 68-Jährige verunglückte am 4. Oktober auf einer Bundesstraße im Bezirk Neunkirchen.

Wie die deutsche "Bild" berichtet, handelt es sich bei dem tödlich verunglückten Motorradfahrer um den ehemaligen Vorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB).

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Zehn Meter durch die Luft geschleudert

Der Unfall ereignete sich laut "Bild" gegen 14.10 Uhr auf der Bundesstraße 27 bei Schwarzau im Gebirge. Gribkowsky war mit seinem Motorrad in Richtung Reichenau unterwegs, als er aus noch nicht näher genannten Gründen von der Fahrbahn abkam.

Seine Maschine geriet auf den unbefestigten Straßenrand. Dort prallte das Vorderrad gegen einen Regenschachtdeckel. Die Folgen waren verheerend: Laut Polizei wurde der 68-Jährige rund zehn Meter durch die Luft geschleudert.

Andere Autofahrer hielten sofort an, begannen mit Erste-Hilfe-Maßnahmen und verständigten die Rettung. Für den ehemaligen Spitzenbanker kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Notärztin konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Millionen-Geschäfte in der Formel 1

Gribkowsky hatte über Jahre zu den mächtigsten Männern der deutschen Finanzwelt gezählt. Der gebürtige Hamburger war Vorstandsmitglied der BayernLB und verdiente dort rund 500.000 Euro im Jahr. Er lebte in einer Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald.

Als Risikovorstand war er laut "Bild" für wichtige Geschäfte der Landesbank verantwortlich. Dazu gehörten auch Beteiligungen an der Formel 1, die nach der Pleite der Kirch-Mediengruppe im Jahr 2002 an die BayernLB gefallen waren.

Gribkowsky erhielt einen Sitz im Aufsichtsrat einer Formel-1-Gesellschaft und war später wesentlich am Verkauf der Anteile an den Finanzinvestor CVC beteiligt. Genau dieses Geschäft sollte seine Karriere zerstören.

44 Millionen Dollar von Bernie Ecclestone

Im Jahr 2012 wurde Gribkowsky vom Landgericht München wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Im Verfahren hatte er zugegeben, im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Anteile rund 44 Millionen US-Dollar vom damaligen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erhalten zu haben. Die Millionenzahlung hatte er nicht versteuert.

Die Affäre sorgte weit über Deutschland hinaus für Aufsehen. Auch gegen Ecclestone wurde ein Strafverfahren geführt. Dieses endete 2014 ohne Schuldspruch, nachdem der Brite eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar bezahlt hatte, berichtet die "Bild".

Für Gribkowsky hatte der Skandal weitreichende Folgen. Bereits 2008 war er während der Finanzkrise aus dem Vorstand der BayernLB ausgeschieden. 2011 wurde er in Untersuchungshaft genommen, 2012 folgte die Verurteilung.

Neustart bei österreichischem Baukonzern

Noch während seiner Haft begann Gribkowsky beruflich einen neuen Weg. Ab 2013 arbeitete er laut "Bild" als Freigänger für den österreichischen Baukonzern Strabag.

Das Unternehmen war ihm bereits vertraut, da er zuvor dessen Aufsichtsrat angehört hatte. 2016 wurde der frühere Banker vorzeitig aus der Haft entlassen. Seine Tätigkeit bei Strabag führte er danach fort.

Früherer Anwalt trauert um Gribkowsky

Nach Bekanntwerden des tödlichen Unfalls äußerte sich auch Gribkowskys ehemaliger Anwalt, der Kölner Strafverteidiger Dirk Petri gegenüber der "Bild":

"Er hatte nach seiner Verurteilung und verbüßten Haftstrafe wieder ins bürgerliche Leben zurückgefunden. Dass es jetzt zu diesem tragischen Unfall kam, ist für ihn und seine Familie sehr traurig."

Nach dem Ende seiner Bankerkarriere und mehreren Jahren Haft hatte sich Gribkowsky beruflich ein neues Leben aufgebaut. Dieses fand nun bei einem Motorradunfall in Niederösterreich ein tragisches Ende.

wil, 16.10.2026, 08:17
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