Jetzt ist endgültig Schluss! Der US-Skirennläufer Wiley Maple (36) hat sein Karriereende angekündigt. Der Speed-Spezialist aus Aspen in Colorado verabschiedet sich damit bereits zum zweiten Mal vom Weltcup. Seine letzten Rennen will er Anfang Dezember ausgerechnet vor heimischem Publikum in Beaver Creek bestreiten.
Am 4. Dezember soll Maple ein letztes Mal auf der ganz großen Ski-Bühne an den Start gehen, da steht seine Heim-Abfahrt auf dem Programm. Danach hängt er die Rennski an den Nagel. Der Grund sind gesundheitliche Probleme, die dem US-Amerikaner seit Jahren zu schaffen machen.
In seinem emotionalen Abschiedsposting auf Instagram schrieb er: "Leider ist Liebe alleine irgendwann nicht mehr genug." Dazu postete er einen Videoclip, der unter anderem Ausschnitte aus der legendären Kitzbühel-Abfahrt zeigt.
Dabei hatte Maple bereits eine bemerkenswerte Rückkehr hinter sich. Im März 2020 erklärte er wegen schwerer Rückenprobleme erstmals seinen Rücktritt. Der Speed-Fahrer musste sich sogar die Wirbelsäule versteifen lassen. Anschließend beendete er sein Studium und arbeitete als Skilehrer. Doch die Leidenschaft für den Rennsport ließ ihn nicht los.
Mit 33 Jahren wagte Maple tatsächlich ein Comeback. Und das wurde zur Erfolgsgeschichte: Ausgerechnet in Bormio, wo er vor seinem ersten Rücktritt sein letztes Rennen bestritten hatte, raste er 2023 in der Abfahrt auf Platz zwölf. Es war das beste Weltcup-Ergebnis seiner gesamten Karriere. Rückblickend schrieb Maple, er habe nach seiner Rückkehr "die schnellsten Jahre" seiner Laufbahn erlebt.
Besonders außergewöhnlich war auch sein Weg abseits der Piste. Maple finanzierte seine Karriere über weite Strecken selbst. Eine Saison kostete ihn zwischen 10.000 und 70.000 US-Dollar. Um sich seinen Traum leisten zu können, verkaufte er selbst gemalte Bilder, strich Häuser, putzte Fenster und sammelte Spenden. Insgesamt bestritt der US-Boy 105 Weltcup-Rennen und nahm 2018 an den Olympischen Spielen in Pyeongchang teil, wo er in der Abfahrt den 30. Platz belegte.
Nach seinem zweiten Abschied hat Maple bereits neue Pläne. Der 36-Jährige möchte ein weiterführendes Studium absolvieren und künftig in einer Skischule arbeiten. Dem Skisport bleibt er damit erhalten – nur die Jagd nach Hundertstelsekunden endet nach den Heimrennen in Beaver Creek endgültig.