2014, 2016, 2017, 2020 und nun 2026 – Kristoffersen ist der König von Schladming. Nach seinem nun fünften Sieg auf der Planai ist der Norweger der alleinige Sieg-Rekordhalter beim legendären Night Race. Schon seinen ersten Weltcupsieg hatte er vor zwölf Jahren als damals 19-Jähriger auf der steilen Planai gefeiert, zwölf Jahre später überflügelte er nun seinen Skimarken-Boss Marcel Hirscher und Benni Raich.
"Das ist mein Haus", brüllte der 31-Jährige sofort in die TV-Kamera, als sein Sieg feststand, der Halbzeit-Führende Atle Lie McGrath auf Rang zwei zurückgefallen war. Danach ließ Kristoffersen seinen Emotionen freien Lauf. Er kniete sich nieder, weinte. Das zeigte, welch große Bedeutung der erste Saisonsieg, der 34. seiner Karriere, für den Norweger hat.
Trotzdem konnte es der 31-Jährige zunächst nicht lassen, beschwerte sich wieder über die eisige Planai, prangerte die Präparierung an. Das waren aber nur Nebengeräusche einer langen Partynacht. Der Sieg wurde freilich ausgiebig in der legendären Tenne in Schladming gefeiert.
Seine Frau Tonje und Sohn Emil verfolgten das Rennen im Haus in der Nähe von Salzburg, dort wohnt das Paar. Sie erwarten ihr gemeinsames Kind. "Meine Frau hat mir gesagt, du kannst morgen früh erst nach Hause kommen", erzählte Kristoffersen dann, dass er die "Party-Erlaubnis" seiner Herzdame bekommen hatte.
"Meine Saison war nicht optimal. Ich kann nicht sagen, dass es mehr Emotionen als bei meiner Hochzeit waren. Aber es sind andere, spezielle Emotionen", versuchte Kristoffersen dann, seinen Gefühlsausbruch zu erklären.
Bei der Siegerehrung bekräftigte Kristoffersen dann einen großen Wunsch, den er schon lange hegt: Er will Österreicher werden. "Klar hätte ich gerne den Reisepass", so der Norweger. Er wohne bereits seit zehn Jahren in Österreich. Der Wunsch, auch den rot-weiß-roten Pass zu erhalten, ist nicht neu. Kristoffersen hatte dies bereits mehrmals betont. Bei der Startnummernauslosung hatte er sich bereits schmunzelnd als den "einzigen Österreicher in den Top Sieben", also der besten Startgruppe, bezeichnet.
Sollte sich der Norweger tatsächlich um den österreichischen Pass bemühen, heißt dies aber nicht automatisch, dass er für den ÖSV starten würde...